Von der Favela in die Welt

Luke Dowdney, Gründer von Fight for Peace (FFP), hat mit seiner Gemeindeinitiative in Brasilien auf die Rekrutierung und Bewaffnung junger Leute durch Drogenbanden reagiert. Seit ihren Anfängen im Jahr 2000 in der Favela Complexo da Maré in Rio de Janeiro ist FFP zu einer internationalen NGO für Jugendentwicklung angewachsen, die sich im Rahmen des Gesundheitswesens um Gewaltprävention bemüht. Auf lokaler Ebene werden primäre, sekundäre und tertiäre Interventionen angeboten, um die Gewalt unter Jugendlichen zu reduzieren. FFP operiert heute in mehr als 26 Ländern weltweit.

Aus dem Wirkungsmodell von FFP geht hervor, dass eine Person, die sich selbst, ihre Beziehung zu anderen und die eigene Zukunft in einem neuen Licht betrachtet, auch ihre Einstellungen, Verhaltensweisen und Umstände zum Positiven verändern wird. In Akademien in Rio und London ermöglicht FFP diese Veränderungen mithilfe einer Fünf-Säulen-Methode, die folgende Elemente beinhaltet:
Boxen und Kampfsport, Bildung, Beschäftigungsfähigkeit und Arbeitsplatzvermittlung, psychosoziale Betreuung und Youth Leadership. In den verschiedenen Projekten und Programmen von FFP werden diese fünf Elemente je nach Bedarf unterschiedlich stark eingesetzt. So bekommen die jungen Leute eine Zukunftsperspektive und Unterstützung sowie die nötige Hilfe, um positive Lebensentscheidungen zu treffen und die notwendige Willensstärke und Resilienz zu entwickeln, um zukünftige Herausforderungen zu meistern. Bis heute konnte FFP mit ihrem Ansatz mehr als 240‘000 Jugendliche weltweit erreichen.

Luke Dowdney erhält einen von zehn Klaus J. Jacobs Awards 2018 für soziale Innovation und gesellschaftliches Engagement. Mit dem Preisgeld – 100‘000 CHF – will Luke Dowdney wichtige Lobbyarbeit leisten, um auf das Problem der Jugendgewalt aufmerksam zu machen und Mitstreiter zu finden, damit die existierende Strategie zur Gewaltprävention auch anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden kann. Ausserdem sollen wichtige internationale Entwicklungspartnerschaften geschlossen werden.

Luke Dowdney, Gründer und Leiter von Fight for Peace.

„Junge Leute müssen gegen Risikofaktoren resilient werden und in der Lage sein, positive Lebensentscheidungen zu treffen.“

FFPs einzigartiger und innovativer Ansatz zur Gewaltprävention nutzt lokale Interventionen auf internationaler Ebene – er ging sozusagen „von der Favela in die Welt”. Entwickelt, getestet und verbessert wurde die Methode in einer Gemeinde mit extrem hoher Kriminalität und Gewalt, um dann in 26 Ländern weltweit umgesetzt zu werden. Das war nur durch Kollaboration und Austausch möglich: FFP arbeitet mit Partnern zusammen und kommuniziert Best-Practice-Verfahren, um 160 Organisationen zu mehr Nachhaltigkeit zu verhelfen. Auf diese Weise konnten für junge Leute, die am Rande der Gesellschaft stehen, dauerhafte Veränderungen herbeigeführt werden: Sie waren in der Lage, der Gewalt den Rücken zu kehren und sich stattdessen um Bildung und Arbeitsplätze zu bemühen.

Im Jahr 2018 vergibt die Jacobs Foundation zehn Preise an soziale Innovatoren und Wegbereiter des Wandels auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendentwicklung. Jeder Preis ist mit 100’000 CHF dotiert. Die bieten Lösungen für eine positive Kinder- und Jugendentwicklung an, die preisgünstig, nachhaltig und vor Ort leicht umsetzbar sind. Die zehn Gewinner wünschen sich sozialen Wandel und setzen sich dafür unermüdlich ein. Sie lassen ihren Worten Taten folgen.