10 Preise für Soziales Engagement

Die Jacobs Foundation vergibt am 30. November 2018 zehn Preise an soziale Innovatoren und Wegbereiter des Wandels auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendentwicklung. Jeder Preis ist mit 100’000 CHF dotiert. Die Preisträger bieten Lösungen für eine positive Kinder- und Jugendentwicklung an, die preisgünstig, nachhaltig und vor Ort leicht umsetzbar sind. Die zehn Gewinner wünschen sich sozialen Wandel und setzen sich dafür unermüdlich ein.
Sie lassen ihren Worten Taten folgen.

Lernen Sie die Preisträger 2018 kennen

  • Boris Bulayev

    Educate!, Ostafrika

    Educate! verändert das Sekundarschulwesen in Afrika nachhaltig und versetzt junge Leute in die Lage, selbst etwas gegen die Armut in ihren Gemeinden zu tun.
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    Überblick
    Educate! verändert das Sekundarschulwesen in Afrika nachhaltig und versetzt junge Leute in die Lage, selbst etwas gegen die Armut in ihren Gemeinden zu tun. Wir vermitteln Führungskompetenzen und unternehmerische Fähigkeiten, bereiten Jugendliche auf den Berufsalltag vor und agieren als Mentoren, um eine Unternehmensgründung bereits während der Schulzeit zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, diesen praktischen, kompetenzbasierten Ansatz in nationale Bildungssysteme in ganz Afrika zu integrieren. 2018 kooperieren wir mit 175 Sekundarschulen in Ruanda und mehr als 700 Schulen in Uganda und erreichen damit 530‘000 Schüler. Mit weiteren 42‘000 Schülern arbeiten wir intensiv zusammen.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Educate! hält eine Bildungsreform für die günstigste Möglichkeit, Millionen junger Leute in ganz Afrika auf umfassende und nachhaltige Weise positiv zu beeinflussen. Mit dem Klaus J. Jacobs Preis 2018 sind wir in der wunderbaren Lage, weitere Trainings, Tests und Untersuchungen durchzuführen, um einer wichtigen Frage auf den Grund zu gehen: „Wie kann man bewährte Lösungen in nationale Bildungssysteme integrieren?” Wir glauben, dass eine erfolgreiche Beantwortung dieser Frage für Millionen afrikanischer Jugendlicher eine riesige Chance bedeuten würde. Weitere Forschung und Entwicklung für eine nationale Integrationslösung ist daher unsere höchste Priorität.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Educate! vermittelt Jugendlichen Kompetenzen, die im 21. Jahrhundert für den beruflichen Erfolg unerlässlich sind, die ihnen Selbstvertrauen und Orientierung geben und ihre Chancen auf dem schwierigen Arbeitsmarkt erhöhen, mit dem sie nach der Schule konfrontiert werden. Mit unserem Programm lernen die jungen Leute, wie man Probleme löst, kritisch denkt, im Team arbeitet, Charakterstärke zeigt und unternehmerisch handelt. Diese Fähigkeiten wirken sich nicht nur positiv auf die persönliche Entwicklung der Schüler aus, sondern helfen ihnen auch dabei, in schwierigen Situationen Chancen zu sehen, Hürden zu nehmen und mit Risiken umzugehen.

    Junge Afrikaner stärken

     

     

    Rana Dajani

    We Love Reading, Jordanien

    We Love Reading ist ein innovatives und praxisnahes Programm, um durch Vorlesen die Lesefähigkeit von Kindern zu verbessern.
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    Überblick
    Lesen trägt wesentlich zur Entwicklung von Persönlichkeit, Vorstellungskraft und kognitiven Fähigkeiten bei Kindern bei. Um von diesen Vorteilen zu profitieren, müssen Kinder den Spass am Lesen lernen. Studien haben gezeigt, dass das Vorlesen entscheidend zur Entwicklung der Lesefreude beiträgt. We Love Reading (WLR)  ist ein innovatives, praxisnahes, kostengünstiges und nachhaltiges Programm, das Jugendliche, Frauen, Männer und die gesamte Gemeinschaft mit einbezieht, um durch Vorlesen die Lesefähigkeit von Kindern zu verbessern und in ihnen den Spass am Lesen zu wecken. Im Rahmen von WLR werden Jugendliche, Frauen und Männer als WLR-Botschafter ausgebildet, die an öffentlichen Orten ihrer Stadtteile Lesungen für Kinder in deren Muttersprache abhalten. Das ist unsere „WLR-Bücherei”. Die von WLR ausgewählten Bücher sind altersangemessen, inhaltlich neutral und thematisch für die Kinder interessant. Neben der Leseförderung übernimmt WLR auch andere Funktionen: Wir motivieren Jugendliche und Frauen, innerhalb der Gemeinde Führungspositionen einzunehmen, fördern die Eigenverantwortung in Kindern und Gemeindemitgliedern und sensibilisieren durch das Vorlesen relevanter Geschichten für Gesundheits- und Umweltthemen.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Unsere Vision ist es, jedes Kind in jedem Stadtviertel zu erreichen. Wir werden anhand modernster Technologien und pädagogischer Erkenntnisse einen mehrsprachigen Online-Kurs entwickeln, um den Teilnehmern zu zeigen, wie sie in ihrer eigenen Gemeinde ein WLR-Programm starten können. Unsere mobile App werden wir aktualisieren und in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen, damit sich alle WLR-Botschafter weltweit über Herausforderungen, Erfolge und Ressourcen austauschen können, um Nachhaltigkeit, Qualität und Kontinuität zu garantieren. Bei der App handelt es sich um ein Monitoring- und Evaluationsinstrument, das Zugang zu Ressourcen, Experten, bewährten Verfahrensweisen, Kinderliteratur und Referenzen ebenso enthalten wird wie eine Plattform für Eltern, die Unterstützung bei Fragen zum Thema Lesen und zum sozialemotionalen Wohlergehen der Kinder, besonders im Alter von 0 bis 5, bietet. Ausserdem wollen wir Kinderbücher mit Geschichten aus aller Welt zusammenstellen, die in lokalen Sprachen herausgegeben werden sollen und die Kinder zum Vorlesen mit nach Hause nehmen können. Ebenfalls geplant sind Studien über die quantitative Wirkung von WLR auf den sozialemotionalen Zustand von Kindern und Jugendlichen, die am WLR-Programm teilgenommen haben.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Das Vorlesen von Geschichten weckt in Kindern nicht nur die Liebe zum Lesen, sondern führt auch zu weniger Gewaltbereitschaft, mehr Empathie, höherer Resilienz und einer positiveren Grundeinstellung. Erfolge sind allerdings nicht nur bei Kindern zu beobachten: Erwachsene und Jugendliche, die am WLR-Programm teilnehmen, beginnen Führungspositionen einzunehmen, finden Arbeit oder gründen eigene Betriebe. Sie können sich zu Sozialunternehmern entwickeln, da sie ihr eigenes Potenzial und ihre Fähigkeit entdeckt haben, selbst Veränderungen herbeizuführen. Die Eltern der Kinder, die häufig als Volontäre an WLR teilnehmen, finden neue Hoffnung und eine Möglichkeit, mit ihren Kindern zu kommunizieren und durch das Lesen Traumata ab- und Resilienz aufzubauen. Die Gemeinde beginnt, Lesen und Veränderung zu unterstützen, und übernimmt selbst die Verantwortung für nötige Veränderungsmassnahmen, statt dafür auf andere angewiesen zu sein. Wir glauben, dass es äusserst wichtig ist, dass Eltern mit dem Vorlesen so früh wie möglich beginnen, am besten bereits während der Schwangerschaft, da dadurch Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn des Kindes hergestellt werden.

    Lesefreude wecken

    Luke Dowdney

    Fight For Peace, Brasilien

    Fight for Peace kümmert sich im Rahmen des Gesundheitswesens um Gewaltprävention, um Jugendgewalt zu verringern oder zu verhindern.

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    Überblick
    Fight for Peace (FFP) wurde im Jahr 2000 in der Favela Complexo da Maré in Rio de Janeiro gegründet – als Reaktion der Gemeinde auf die Rekrutierung und Bewaffnung junger Leute durch Drogenbanden. Seitdem ist FFP zu einer internationalen NGO für Jugendentwicklung angewachsen, die sich im Rahmen des Gesundheitswesens um Gewaltprävention bemüht. FFP bietet auf lokaler Ebene primäre, sekundäre und tertiäre Interventionen an, um die Gewalt unter Jugendlichen zu verringern oder zu verhindern.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    In den vergangenen 17 Jahren hat sich FFP von einer Favela-Initiative in Rio zu einer internationalen NGO entwickelt, mit mehr als 150 Mitarbeitern. FFP stützt sich auf eine forschungsbasierte Methode, um die Prävention von Jugendgewalt auf Gemeindeebene anzugehen. Aufbauend auf diese Expertise und Erfolgsgeschichte wird FFP das Preisgeld nutzen, um wichtige Lobbyarbeit zu leisten. Damit wollen wir auf das Problem der Jugendgewalt aufmerksam machen und Mitstreiter finden, um die existierende Strategie zur Gewaltprävention auch anderen Gemeinden als Modell zur Verfügung zu stellen. Die Fördergelder werden verwendet für: mit der Lobbyarbeit betraute Mitarbeiter; die Umsetzung gezielter Social-Media-Kampagnen; die Teilnahme an internationalen Entwicklungsforen und -veranstaltungen; und den Aufbau von wichtigen internationalen Entwicklungspartnerschaften.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Durch die Lobbyarbeit wird unsere auf fünf Säulen basierende Methode breitere Anwendung finden. Sie geht das Problem der Jugendgewalt auf drei Ebenen an:
    Primär: FFP bietet ein ganzheitliches, integriertes Massnahmenset (Kampfsport, Bildung, Beschäftigungsfähigkeit, Betreuung, Youth Leadership), das das körperliche und geistige Wohlbefinden aller Jugendlichen verbessert und Chancen auf Bildung und Arbeitsplätze eröffnet.
    Sekundär: FFP bekämpft die Faktoren, die Jugendliche für Kriminalität und Gewalt empfänglich machen, verhilft den jungen Leuten zu höherer Resilienz gegen diese Risikofaktoren, unterstützt sie darin, Herausforderungen zu meistern und sichert ihre sozioökonomische Inklusion.
    Tertiär: FFP hilft Jugendlichen, die bereits in Kriminalität/Gewalt verwickelt sind, und zeigt mit Bildung und Arbeitsplätzen nachhaltige Auswege auf.

    Von der Favela in die Welt

    Noreen M. Huni

    REPSSI, Südafrika

    REPSSI engagiert sich im östlichen und südlichen Afrika für das psychosoziale und mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, um ihnen ein zuversichtliches, würdevolles und glückliches Leben zu ermöglichen.
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    Überblick
    REPSSI ist eine regionale Non-Profit-Organisation, die sich in 13 Ländern des östlichen und südlichen Afrika für das psychosoziale und mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen engagiert, um ihnen ein zuversichtliches, würdevolles und glückliches Leben zu ermöglichen.
    Zu diesem Zweck ist REPSSI in folgenden Bereichen aktiv: Forschung zum Thema psychologische Betreuung; Lobbyarbeit für die Integration von psychologischer Betreuung in Angebote für Kinder und Jugendliche; Aufbau von Kapazitäten bei Partnern im Regierungs- und Nichtregierungsbereich, um psychologische Betreuung in Kinder- und Jugendprogrammen umzusetzen; Gründung des Africa Psychosocial Institute (APSSI) für die Förderung von Professionalität und Exzellenz in der psychosozialen Betreuung und der psychischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Afrika.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    REPSSI wird in zwei Kooperationsländern mit dem Ministerium für Gesundheit und Kinderbetreuung zusammenarbeiten, um die psychologische Betreuung als Teil der frühkindlichen Entwicklung (Early Childhood Development/ECD) zu etablieren. Folgende Schritte werden unternommen:

    Evidenzbasierte Lobbyarbeit für universellen Zugang zu entsprechenden Angeboten in Afrika:

    • Unterstützung der Nationalregierungen bei der Entwicklung von Strategien und Richtlinien zur frühkindlichen Entwicklung.
    • Kooperation mit dem Africa Early Childhood Network, um für den Nutzen frühkindlicher Entwicklungsmassnahmen zu sensibilisieren.
    • Erinnerung der afrikanischen Nationalregierungen an ihre Zusagen in diesem Bereich.

    Stärkung der Kapazitäten für Angebote zur frühkindlichen Entwicklung:

    • Bereitstellung des REPSSI-Programms „Community Based Work with Children and Youth“ und des Pakets „Babies and Young Children“ für mindestens 30 Praktiker im Bereich frühkindliche Entwicklung in den Gemeinden.
    • Zusammenarbeit mit mindestens 50 Betreuungspersonen und jugendlichen Eltern in den Gemeinden, um die Kindererziehung auf Gemeinde- und Familienebene einzuführen und stimulierende Wissens- und Praxiszentren zu etablieren.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Eine fürsorgliche und stimulierende Betreuung legt die Grundlage für das kognitive, emotionale und spirituelle Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen und ermöglicht es ihnen, sich optimal zu entwickeln. Kinder, die in liebevollen Familien aufwachsen, die ihnen Unterstützung und Schutz bieten, sind in der Lage, ihr volles Potenzial zu erreichen und sich zu gesunden, mitfühlenden, gerechten, verantwortungsbewussten und resilienten Erwachsenen zu entwickeln, die wiederum ihr eigenes Leben und ihre Gemeinschaft zum Positiven verändern. Die Beteiligung von Kindern ist in Gemeinden möglich, die Kinder ins Zentrum der Entwicklungsbemühungen stellen. Die Kinder drücken ihre Bedürfnisse selbst aus und erhalten Zugang zu grundlegenden Kinderrechten, wie dem Recht auf gesellschaftliche Teilhabe, dem Recht auf Gesundheit, dem Recht auf Bildung und dem Recht auf Schutz.

    Ohne Resilienz kein Wandel

    Lucia Kossarova

    BUDDY, Slowakei

    BUDDY bietet etwas, das enorm wichtig ist und im Leben eines Heimkindes fehlt: eine langfristige Beziehung zu einem fürsorglichen Erwachsenen.
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    Überblick
    In der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 wird bereits in der Präambel festgehalten, dass ein Kind „in einer Familie und umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollte“. Und dennoch leben in der Slowakei immer noch etwa 5‘000 Kinder in 100 Kinderheimen. Es wurde vielfach nachgewiesen, dass sich eine Heimbetreuung nachteilig auswirkt und es vielen Kindern nicht gelingt, sich anschliessend in die Gesellschaft zu integrieren.

    BUDDY findet, schult und unterstützt Mentoren, die sich jeweils um eines dieser gefährdeten Kinder kümmern. Diese langfristige Einzelbetreuung hilft den Kindern, ihre Traumata zu überwinden, und die nötigen Kompetenzen für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft zu erwerben.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Mit dem Preisgeld möchten wir in erster Linie unser Monitoring- und Evaluationssystem verbessern und ein Expansionsprogramm vorbereiten:

    • Erstellung eines Programmleitfadens/Blueprints. Wir überprüfen unsere Prozesse, identifizieren Schwächen, verbessern diese und standardisieren unsere Abläufe.
    • Wir möchten standardisierte Methoden einführen, um die kurz- und mittelfristige Auswirkung des Programms auf das Kind zu messen.
    • Vorbereitung einer möglichen externen Evaluation – eine experimentelle Studie, in der Kinder im BUDDY-Programm mit anderen Heimkindern verglichen werden.
    • Einführung eines wöchentlichen Monitoringsystems für die Bewertung von Bedürfnissen und Sicherheit von Mentor und Kind.

     

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    BUDDY bietet etwas, das enorm wichtig ist und im Leben eines Heimkindes fehlt: eine langfristige Beziehung zu einem fürsorglichen Erwachsenen. Dies wirkt therapeutisch und gibt dem Kind Sicherheit und Vertrauen. Über viele Jahre hinweg hilft der Mentor dem Kind, dessen individuelle Bedürfnisse zu erfüllen, den Übergang ins Jugendalter gut zu schaffen, die Schulleistungen zu verbessern, Talente zu entdecken, Interessen zu wecken und selbstständig zu werden. Die Freiwilligen bereiten die Kinder auf das Leben ausserhalb des Heimes vor, damit sie eine Arbeit und ein Zuhause finden können. Sie agieren langfristig als Sicherheitsnetz und ermöglichen es den Kindern, Chancen im Leben zu ergreifen.

    Stärker zu zweit

    Nathalia Mesa

    aeioTU, Kolumbien

    aeioTU betreibt in Kolumbien 30 Zentren für die frühkindliche Entwicklung (ECD), die in der Lage sind, 14‘500 Kindern hochwertige ECD-Leistungen zu bieten.
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    Überblick
    Drei Millionen Kinder unter sechs Jahren sind in Kolumbien aufgrund ihrer Lebensumstände gefährdet (50 % aller Kinder), was zu einer Leistungslücke und damit zur aktuellen sozioökonomischen Situation des Landes führt. Mit einem innovativen Curriculum für die frühkindliche Bildung und einem effektiven Betriebsmodell hilft aeioTU diesen Kindern, ihr Potenzial zu erreichen. aeioTU betreibt in ganz Kolumbien 30 Zentren für die frühkindliche Entwicklung (ECD), die in der Lage sind, 14‘500 Kindern hochwertige ECD-Leistungen zu bieten. Ausserdem teilt die Organisation ihr Wissen mit anderen Lehrern und ECD-Zentren in Kolumbien und weltweit über verschiedene Strategien und in unterschiedlichem Ausmass. Seit 2008 hat aeioTU das Leben von 157‘000 Kindern, 279‘000 Familien und 10‘000 Pädagogen positiv beeinflusst.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Es muss noch viel getan werden, um die noch nicht berücksichtigten gefährdeten Kinder (1 Million) auf nachhaltige Weise in das hochqualitative ECD-System zu integrieren. aeioTU plant, den Klaus J. Jacobs Prize als Komplementärfinanzierung zu nutzen, um Unternehmen vor Ort zu motivieren, elf neue aeioTU-Zentren zu eröffnen. Durch das Engagement der Unternehmen und die Unterstützung der Regierung werden 550 Kinder auf nachhaltige Weise von hochwertigen Leistungen profitieren. Ausserdem werden die mit diesen ECD-Zentren erzielten Einnahmen wieder in das aktuelle aeioTU-Netzwerk investiert. Diese nachhaltige Betriebsführung kommt 2‘500 Kindern zugute.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Eine Längsschnittstudie zeigte, dass „aeioTU sich auf positive, wesentliche und dauerhafte Weise auf die kognitive Entwicklung, insbesondere die Wortschatzentwicklung, von Kindern auswirkte. Diese positive Auswirkung war in den meisten Kindern auch nach dem Schuleintritt noch erkennbar. Ausserdem zeigten sich für manche Kohorten positive Auswirkungen auf die Lese- und Rechenleistung”.  In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens konnte die Organisation beweisen, dass frühkindliche Bildung auch in benachteiligten Umfeldern nicht unmöglich ist. Nach den überzeugenden Ergebnissen dieser Evaluation wird aeioTU das nachhaltige ECD-Netzwerk weiter ausbauen und anderen als Vorbild und als Ort der beruflichen Weiterentwicklung dienen. So können tausende Kinder ihr Potenzial erreichen und ihr Leben verändern.

    Auf die frühen Jahre kommt es an

    Selcuk Sirin

    New York University, USA

    Project Hope ist eine Online-Plattform für spielebasiertes Lernen. Es ermöglicht Kindern, überall auf der Welt zu lernen und zu spielen, wenn sie Internetzugang haben.
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    Überblick
    Im Jahr 2013 leitete ich ein Forschungsteam, das die Bedürfnisse syrischer Flüchtlingskinder in Bezug auf Bildung und psychische Versorgung erstmals dokumentierte. Unsere Arbeit (Sirin & Rogers-Sirin, 2015) diente als Grundlage für den ersten umfassenden Bericht über das Wohlergehen junger Syrer. Um die darin identifizierten Bedürfnisse anzugehen und eine Intervention für Flüchtlingskinder zu entwickeln, übernahm ich die Leitung einer zweiten internationalen Forschungsgruppe, an der unter anderem Koryphäen aus dem Bereich spielebasiertes Lernen beteiligt waren. Es entstand Project Hope, eine Online-Plattform, auf der Kinder weltweit Videospiele spielen können, wenn sie Internetzugang haben (Sirin et al., 2018).

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Prize 2018
    Für die nächste Phase unserer Arbeit mit Flüchtlingskindern habe ich mir ehrgeizige Ziele gesetzt: In den kommenden fünf Jahren möchte ich tausende Kinder erreichen. Dazu werde ich eine Non-Profit-Organisation gründen, die Online-Lernprogramme als echte Lernalternative für benachteiligte Kinder – wie beispielsweise Flüchtlingskinder – zur Verfügung stellt. Konkret werde ich im nächsten Jahr versuchen, Spieleentwickler, Pädagogen und Non-Profit-Akteure des Sektors Kinder in Not zusammenzubringen, um eine optimale digitale, spielebasierte Lernplattform zu entwickeln.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Als gebürtiger Türke mit den Privilegien einer Professur in den USA fühle ich mich ethisch verpflichtet, mich sowohl in den USA als auch international für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Ich führte die erste empirische Studie über muslimische Jugendliche in Amerika durch, um die Folgen der Islamophobie zu dokumentieren. Ich unternahm Längsschnittstudien mit Kindern von Einwanderern, um die Auswirkung von Fremdenfeindlichkeit in den USA zu untersuchen. Und ich engagiere mich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit für die Verbesserung der Lebensumstände von syrischen Flüchtlingskindern in der Türkei. Es ist mir ein besonderes Anliegen, innovative Lernmöglichkeiten für Kinder in Not zu schaffen.

    Hoffnung für Kinder in Not

     

    Judy Stuart

    Future Farmers Foundation, Südafrika

    Die Future Farmers Foundation bietet jungen Leuten, die sich für Landwirtschaft interessieren, die Möglichkeit, in diesem Bereich Fuss zu fassen.
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    Überblick
    Die Future Farmers Foundation bietet jungen Leuten, die sich für Landwirtschaft interessieren, die Möglichkeit, in diesem Bereich Fuss zu fassen. Arbeitslose Schul- und Hochschulabsolventen suchen bei Future Farmers Unterstützung, die meisten haben wenig bis keine Praxiserfahrung. Wir versuchen für sie Anstellungen auf Farmen zu finden, wo sie als Auszubildende Erfahrung sammeln und gleichzeitig ein Gehalt verdienen können. Die besten unter ihnen werden für zwölfmonatige Auslandspraktika ausgewählt (derzeit 37 Plätze in Australien und den USA) und kehren in der Regel selbstbewusst und kompetent zurück. Viele kommerzielle Landwirte beschäftigen die „Future Farmers“ gerne, und häufig nehmen sie mit der Zeit Spitzenpositionen ein. Einige haben eigene Betriebe gegründet, und obwohl wir von Landbesitz abraten, gibt es die Möglichkeit, in kommerziellen Landwirtschaftsbetrieben als Unternehmer einzusteigen. Wir führen junge Leute zum Erfolg.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Ich würde gerne ein Center für Unterkünfte und Schulungsräume aufbauen. Viele junge Leute müssen weit reisen, um zu uns zu kommen, und da es keine Unterkünfte gibt, übernachten sie oft bei uns zu Hause. Ich stelle mir vor, dass die neue Einrichtung neben Gästezimmern auch über einen Klassenraum verfügt.  Dort könnten wir beispielsweise den Erste-Hilfe-Kurs abhalten. Das machen wir derzeit in unserem Büro, der Platz dort ist jedoch nicht dafür geeignet. Auch andere Kurse könnten dann dort angeboten werden.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Mit dem „Future Farmers”-Programm erlernen junge Leute wichtige Fähigkeiten und verdienen gleichzeitig ein Gehalt. Statt die Familie und die Gemeinschaft um Geld für ihre Ausbildung bitten zu müssen, können sie jeden Monat einen Teil ihres Einkommens nach Hause schicken. Während des internationalen Praktikums sind die Teilnehmer in der Lage, einen beträchtlichen Geldbetrag zu verdienen, der dazu genutzt wird, Häuser zu bauen, Geschwistern den Schulbesuch zu ermöglichen und sich selbst nach der Rückkehr weiterzubilden. Am wichtigsten ist jedoch, dass die jungen Leute ein gutes Selbstbewusstsein entwickeln. Sie werden von Gleichaltrigen respektiert und finden gut bezahlte Arbeitsstellen. Das wiederum hat positive Auswirkungen auf die Gemeinden, und Jüngere fühlen sich motiviert, denselben Weg einzuschlagen. Eine Tätigkeit in der Landwirtschaft wird als respektable Berufswahl wahrgenommen. Von ihren Mentoren lernen die Teilnehmer, wie wichtig eine positive Grundhaltung, Zuverlässigkeit und eine gute Arbeitsmoral sind.

    Die Farmer der Zukunft

    Agatha Thapa

    Seto Gurans National Child Development Service, Nepal

    Seto Gurans hat eine Vision: In Nepal werden die Rechte aller Kinder garantiert und alle Kinder haben Zugang zu hochwertigen Bildungsmöglichkeiten.
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    Überblick
    Seto Gurans hat eine Vision: In Nepal werden die Rechte aller Kinder garantiert und alle Kinder haben Zugang zu hochwertigen Bildungsmöglichkeiten. So können sie ihr volles Potenzial entwickeln, um gesund, glücklich und selbstbewusst aufzuwachsen und später selbst zum positiven Wandel ihrer Gesellschaft und ihres Landes beizutragen. Seto Gurans (Weisser Rhododendron) ist eine Blume, die in schwer zugänglichen Bergregionen wächst und deren Schönheit daher nur selten bewundert werden kann. Lali Gurans (Roter Rhododendron) hingegen gedeiht im Vorgebirge Nepals in grossen Mengen und wird als Nationalblume des Landes verehrt. Auch viele Kinder müssen versuchen, unter schwierigen Umständen zu überleben, und ihre Rechte werden häufig mit Füssen getreten. Ungleichheiten aufgrund von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, geografischer Lage und bitterer Armut berauben sie der ihnen zustehenden Chancen. Mit Programmen für die frühkindliche Entwicklung (Early Childhood Development / ECD) möchte Seto Gurans diesen Kindern helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten – und aufzublühen.

    Das ermöglicht mir der Klaus J. Jacobs Preis
    Wir brauchen dringend weitere Zentren für frühkindliche Entwicklung sowie zusätzliches Personal. Deshalb werden wir das Preisgeld nutzen, um in den sieben Provinzen sieben neue Regionalzentren zu eröffnen. Dabei konzentrieren wir uns auf die besonders unterprivilegierten und benachteiligten Gemeinden, die von den Initiativen der Regierung nicht erreicht werden. Derzeit sind wir in 59 von 75 Bezirken aktiv, doch wir möchten unsere Tätigkeit auf alle Bezirke ausweiten, damit alle Kinder im ganzen Land gleichermassen Zugang zu hochwertigen Programmen haben.

    Positive Folgen meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Frühkindliche Entwicklung bildet das Fundament im Leben eines jeden Menschen. Bereits im Mutterleib sind Stimulation, Gesundheit, Ernährung, Schutz und Beteiligung wichtig. Seto Gurans bietet in etwa 36’000 städtischen und ländlichen Zentren hochwertige Programme für die frühkindliche Entwicklung an, ebenso wie Elternkurse, die für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von entscheidender Bedeutung sind. Durch unser Engagement wurde dieses wichtige Thema in die nepalesische Verfassung aufgenommen. Dort heisst es in Artikel 39: „Jedes Kind hat ein Recht auf Massnahmen der frühkindlichen Entwicklung und auf Beteiligung.“ Das ist unser grösster Erfolg.

    Frühkindliche Entwicklung als Grundrecht

    James Urdang, Gründer und CEO von Education Africa
    James Urdang

    Education Africa, Südafrika

    Education Africa bietet Bildungsinterventionen und -leistungen vom Vorschulbereich bis zur tertiären Bildung. 
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    Überblick
    Es ist kein Geheimnis, dass afrikanische Länder mit grossen Problemen zu kämpfen haben, die sich auf die Bildung ihrer Bürger auswirken. Das niedrige Bildungsniveau ist auf verschiedene Aspekte zurückzuführen, darunter fehlende Infrastruktur, schlecht ausgebildete Lehrer und fehlende Massnahmen zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung (ECD). Dazu kommt, dass die Kinder oft aus zerrütteten Familien stammen und die Eltern/Bezugspersonen selbst wenig bis gar nicht gebildet sind. Das führt dazu, dass viele Menschen in der Armut „feststecken“.

    Education Africa will mit seinem Projektportfolio den Teufelskreis der Armut durchbrechen und bietet dazu Bildungsinterventionen und -leistungen vom Vorschulbereich bis zur tertiären Bildung. 

    Das ermöglicht uns der Klaus J. Jacobs Preis
    Das Preisgeld wird für unser „Education Africa Early Childhood Development (ECD)”-Projekt genutzt. Die ersten 1‘000 Tage im Leben eines Kindes sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung grundlegender kognitiver, körperlicher und emotionaler Kompetenzen. Trotzdem verfügen in Südafrika unglaubliche 75 % der ECD-Lehrer über keinerlei Ausbildung. Im Rahmen unseres ECD-Projektes bieten wir Erziehern in benachteiligten Gemeinden eine umfassende und kostenlose, zertifizierte Ausbildung mit Theoriekursen, praktischer Umsetzung in ECD-Zentren, Unterstützung vor Ort und kontinuierlicher Leistungsmessung. Mit dem Preisgeld wollen wir das existierende ECD-Schulungsprogramm weiterführen und zusätzliche ECD-Trainer ausbilden, um mehr Menschen zu erreichen, damit auch andere Gemeinden von diesem Programm profitieren können. 

    Positive Folgen meiner meiner Arbeit für Kinder und Jugendliche
    Mit unserem ECD-Projekt wollen wir Kindern in Townships und auf dem Land helfen, damit sie nicht ihr Leben lang durch eine irreversible kognitive Beeinträchtigung benachteiligt sind und damit sie einen bestmöglichen Start in ihr Schulleben bekommen. Diese frühkindliche Intervention ist von entscheidender Bedeutung, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen und zu gewährleisten, dass die am ECD-Projekt teilnehmenden Kinder zu produktiven Mitgliedern unserer Gesellschaft und unserer Arbeitswelt werden können.

    Neben der Tätigkeit im Vorschulbereich bietet das ECD-Projekt von Education Africa ungelernten und arbeitslosen Jugendlichen eine anerkannte Ausbildung und die Möglichkeit, eine Laufbahn im Bereich der frühkindlichen Entwicklung zu beginnen – und trägt so zur finanziellen Stärkung der Gemeinde bei.

    Wandel bewirken

Auswahlkriterien
• Soziale Innovation & sozialer Wandel
• Soziales Engagement – eines Mannes, einer Frau oder eines kleinen Teams
• Lernen, Entwicklung und Bildung von Kindern
• Lokaler Ansatz mit Möglichkeiten der Erweiterung

 

 

Nominierungsprozess
Der Nominierungsprozess ist abgeschlossen.

Alexandra Güntzer
Jacobs Foundation
Seefeldquai 17
CH-8034 Zürich
award@jacobsfoundation.org