Primokiz

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Es ist mittlerweile unbestritten, dass in der frühen Kindheit wichtige Weichen für die weiterführende Entwicklung von kognitiven und sozialen Fähigkeiten gestellt werden. An vielen Orten in der Schweiz bestehen bereits gute Einzelmassnahmen zur frühen Förderung der Kinder und zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen. Jedoch funktionieren diese Angebote meist unabhängig voneinander. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sollten sie aber optimal miteinander verbunden, aufeinander abgestimmt und politisch gut abgestützt sein. Ausserdem sollte ihre pädagogische Qualität stets weiterentwickelt werden.

In den letzten Jahren haben die grösseren Schweizer Städte bereits integrierte Konzepte für die frühe Förderung entwickelt und umgesetzt. Das Mitte 2012 neu lancierte Programm der Jacobs Foundation „Primokiz – Frühe Förderung lokal vernetzt“ richtet sich nun an kleinere und mittlere Schweizer Städte. Wir unterstützen bis 25 Städte dabei, ihre bestehenden oder geplanten Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in einem Konzept zusammenzufassen und dieses mit grösstmöglicher Wirkung umzusetzen. Zu diesem Zweck hat der Stiftungsrat der Jacobs Foundation ein Fördervolumen von rund 2.2 Millionen Franken bis Ende 2015 bewilligt.

Die für das Programm Primokiz ausgewählten Städte werden durch ausgewiesene Expertinnen und Experten der frühkindlichen Bildung in ihrer Konzeptentwicklung und -umsetzung fachlich unterstützt. Zudem stehen ein kommentiertes Raster für die Situationsanalyse und ein kommentiertes Musterkonzept für die Konzeptentwicklung mit wichtigen Qualitätskriterien und Erfolgsfaktoren zur Verfügung. Zusätzlich erhalten die teilnehmenden Städte die Möglichkeit, praktische Erfahrungen und Tipps bei Referenzstädten (Aarau, Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich) einzuholen.

Programmstädte

Das Programm richtet sich an alle Schweizer Städte mit ca. 10‘000 bis 50‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in denen der politische Wille zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorhanden ist. Die Jacobs Foundation wählt zusammen mit einem Programmbeirat basierend auf festgelegten Kriterien bis zu 25 Städte aus, die als Programmstädte bei der Erstellung und Umsetzung ihres umfassenden Konzeptes der vernetzten frühkindlichen Bildung Betreuung und Erziehung fachlich unterstützt werden. Mehr

Unterstützungsangebote

  • Ausgewählte Expertinnen und Experten zur unterstützenden Begleitung. MEHR
  • Kommentiertes Raster für die Situationsanalyse und kommentiertes Musterkonzept für die Konzeptentwicklung mit den wichtigsten Elementen, Qualitätskriterien und Erfolgsfaktoren.
  • Begutachtung der von den Programmstädten erarbeiteten Dokumente (Situationsanalyse und Konzept) durch das Marie Meierhofer Institut, dem wissenschaftlichen Programm-Partner.
  • Erfahrungsaustausch mit „Referenzstädten“, die bereits über ein vernetztes Frühförderkonzept verfügen, hierzu zählen: Aarau, Basel, Bern, Biel, Genf, Luzern, St.Gallen, Winterthur, Zürich.
  • Fachtagungen und spezifische Weiterbildungen.

Programmbeirat

Der breit abgestützte Programmbeirat unterstützt die Jacobs Foundation bei der Projektauswahl, fachlichen Beratung sowie der nationalen Verankerung und Einbettung des Programms. Dem Beirat gehören Mitglieder folgender Institutionen an:

  • Städteinitiative Sozialpolitik
  • Universität Fribourg
  • Pädagogische Hochschule St.Gallen
  • Gesundheitsförderung Schweiz
  • Bundesamt für Migration
  • Bundesamt für Sozialversicherungen
  • UNESCO Kommission

Vorstudie

Die Jacobs Foundation hat Ende 2011 eine Studie zur frühen Förderung in kleineren und mittleren Städten der Schweiz durchgeführt. Zentrale Ergebnisse dieser Schweiz weiten Studie, an welcher über 70 Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 10‘000 und 50‘000 teilgenommen haben, sind:

  • Der grösste Teil der Städte setzt bereits viele Frühfördermassnahmen um. Diese Einzelmassnahmen sind aber nur teilweise koordiniert und die Entwicklung von eigentlichen Frühförderkonzepten ist nur in wenigen Städten geplant.
  • Zwei Drittel der befragten Städte sind an einer externen fachlichen Unterstützung für die Entwicklung eines integrierten Frühförderkonzepts interessiert.
  • Trotz der schlechten Finanz- und Wirtschaftslage planen die meisten Städte ihre Frühfördermassnahmen in den nächsten Jahren weiter auszubauen.
Kurzfassung (PDF)
Gesamtstudie (PDF)