Die im botswanischen Gaborone ansässige Organisation Youth Impact ist eine evidenzbasierte und basisdemokratische Initiative. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, wegweisende Gesundheits- und Bildungsprogramme, die von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt werden, zu identifizieren, zu adaptieren und zu verbreiten. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bewegung einen Meilenstein – 100’000 Jugendliche konnten von ihrer Unterstützung profitieren.

Youth Impact führte während der Pandemie eine randomisierte Kurzstudie durch und lieferte weltweit erste empirische Daten darüber, wie Lernverluste begrenzt werden können und trug damit dazu bei, Rechenschwäche um 31 Prozent zu senken. Diese Studie stiess international auf grosses Interesse, und Youth Impact führt nun mehrere Wiederholungsstudien auf der ganzen Welt durch. Zudem entwickelte die Organisation innovative Monitoring- und Evaluierungssysteme, die in den nächsten Jahren schnelle, präzise und entscheidungsrelevante Ergebnisse liefern können. Während der Pandemie waren diese Systeme von entscheidender Bedeutung.

Ein Programm von Youth Impact nennt sich “Zones”. Es handelt sich dabei um einen innovativen, evidenzbasierten 90-minütigen Kurs, der an öffentlichen Schulen von gleichaltrigen Peer Educators erteilt wird. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler über die Risiken von Beziehungen zu Älteren aufgeklärt und ermutigt, sich stattdessen mit Gleichaltrigen zu verabreden. So konnte die Zahl der Schwangerschaften von Jugendlichen um 40 Prozent gesenkt und das Wissen um HIV-Risiken bei fast allen Teilnehmern gesteigert werden, ausserdem gingen riskante Verhaltensweisen um 50 Prozent zurück.

Ein weiteres Programm von Youth Impact nennt sich Teaching at the Right Level (TaRL), ein kostengünstiges Förderprogramm für die ersten Schuljahre, mit dem die Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten der Teilnehmenden nachweislich verbessert werden können. Die Unterrichtsmaterialien sind auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnitten und entsprechen ihrem jeweiligen Lernstand. Das Programm wurde bereits an 20 Prozent der botswanischen Grundschulen eingeführt. 80 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erlernten innerhalb von 30 Tagen eine neue Grundrechenart.

Das dritte Programm, ConnectEd, stellt Schülerinnen und Schülern einfache Mathe-Tutorials per SMS zur Verfügung. Unter den teilnehmenden Kindern konnte die Anzahl derer mit Rechenschwäche um bis zu 31 Prozent reduziert werden. Für 100 US-Dollar bietet das Programm das Äquivalent eines Jahres hochwertiger Bildung. ConnectEd wurde daher von einem gemeinsamen Gremium des Global Education Evidence Advisory Panels, der Weltbank, der UK FCDO und UNICEF als “Smart Buy” (gute Investition) eingestuft, da es zur Verbesserung der Bildung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen beiträgt.

Dank ConnectEd konnte Youth Impact seinen Wirkungsbereich ausweiten und weltweit über 25´000 Kinder erreichen. Seit der ersten Studie von Youth Impact wurden Wiederholungsstudien zu Unterrichtsformen per Telefon mit Partnern in fünf Ländern (Indien, Kenia, Nepal, Uganda und den Philippinen) durchgeführt, um die Wirksamkeit und Skalierbarkeit zu prüfen. Die jüngsten Ergebnisse belegen die positiven Auswirkungen auf die Rechenfertigkeiten und zeigen, dass mit gezielten Massnahmen sogar noch grössere Lernfortschritte bewirkt werden können. Somit erweist sich das Mobiltelefon als kostengünstige und skalierbare Möglichkeit, um auf das jeweilige Niveau der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Ausserdem konnte nachgewiesen werden, dass Lehrpersonen den Lernenden das Programm ebenso effektiv vermitteln können, wie dafür eingestellte Tutoren, wodurch eine breitere Anwendung möglich wird.

Auf Grundlage der überzeugenden Untersuchungsergebnisse von TaRL in mehreren randomisierten Studien in Kenia, Indien und Ghana und den Resultaten der ConnectEd-Studien in sechs Ländern will Youth Impact nun herausfinden, wie die beiden Modelle gemeinsam eingesetzt werden können, um die grösstmögliche Wirkung zu erzielen.

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