Die globale Non-Profit-Organisation Save the Children wurde 1919 gegründet und gilt als eine der weltweit führenden Hilfsorganisationen für Kinder. Als im März 2020 Schulen auf der ganzen Welt wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, richtete die Organisation ihre Aufmerksamkeit darauf, die verheerenden Folgen der Schulschliessungen für Kinder zu minimieren. Die Ausbildung von 90 Prozent aller Schulkinder weltweit – 1,6 Milliarden Mädchen und Jungen – war betroffen und es kam zu massiven Lernunterbrechungen, die noch bis heute anhalten, wenn Länder neue Pandemiewellen durchlaufen und neue Virusvarianten auftreten. Eine ganze Generation von Kindern läuft Gefahr, nie ihr volles Potenzial entfalten zu können.

Als Lösung für dieses Problem entwickelte Save the Children sogenannte „Catch-up Clubs“ (Aufholclubs), in denen Kindern das Grundlagenwissen für eine erfolgreiche Rückkehr in die Schule vermittelt wird. Die Catch-up Clubs unterstützen Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren in den oberen Grundschulklassen, die am weitesten zurückgefallen sind, beim Erwerb von Grundlagenkenntnissen im Lesen (Leseverständnis) und Rechnen (Erkennen von Zahlen, einfache Rechnungen). Die Vermittlung der Inhalte erfolgt im Rahmen von intensiven Lernphasen, um das Lernen zu beschleunigen, und wird durch ein umfassendes Begleitprogramm unterstützt (Dienstleistungen der Kinder- und Jugendhilfe, Bar-Schecks für Familien zur Deckung von Bildungskosten), um Bildungsbarrieren zu überwinden und eine regelmässige Teilnahme zu fördern.

Die Catch-up Clubs folgen evidenzbasierten Ansätzen, wie den wegweisenden Programmen von Save the Children zur Förderung der Lese- und Rechenkompetenz sowie der Pratham-Methode zum Unterrichten nach Lernstand (Teaching at the Right Level), eine der besten Investitionen der Weltbank im Jahr 2020. In den Catch-up Clubs werden Kinder auf Grundlage ihres jeweiligen Lernstands unterrichtet, wobei gesellschaftliche und wirtschaftliche Barrieren zur Bildung überwunden werden sollen. Damit bieten die Clubs individuelle Unterstützungsangebote, um die Lernerfolge zu verbessern, eine sichere Rückkehr in die Schule zu gewährleisten und die Anzahl der Schulabbrüche zu reduzieren. Mithilfe von Schlüsselindikatoren und einer umfassenden Lernagenda werden die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Catch-up Clubs auf die Fortschritte der Kinder beim Lesen und Rechnen, ihre Fähigkeit und Zuversicht hinsichtlich des weiteren Schulbesuchs sowie ihr Sicherheitsempfinden und Wohlergehen gemessen.

Erste Ergebnisse der Pilotprojekte zeigten bereits nach 13 Wochen eine Verbesserung der Lesefähigkeiten der Kinder. In Uganda erreichten sechsmal so viele Kinder beim Lesen die höchste Leistungsstufe wie zu Beginn des Programms. In Kolumbien erwarben 100 Prozent der Kinder, die an Catch-up Clubs teilgenommen haben, grundlegende Lesefähigkeiten. Darüber hinaus zeigen qualitative Auswertungen bei Kindern und Eltern positive Auswirkungen auf die Motivation und die Fortschritte beim Lernen. So berichtet ein Elternteil mit vier Kindern in Catch-up Clubs: „Sie lesen und schreiben jetzt selbstständig. Die Kinder haben sich immer auf den Besuch des Catch-up Clubs gefreut, da ihnen die spielerischen Übungen Freude bereiteten und es ihnen dort viel besser gefiel, als zu Hause zu bleiben.“

Die Catch-up Clubs wurden seit der Entwicklung des Modells zügig ausgeweitet. In Uganda, Myanmar und Kolumbien laufen bereits Pilotprojekte und für 2022 sind weitere Clubs sind in Nigeria, Afghanistan, Bangladesch, Malawi und den Philippinen geplant.

Catch-up Clubs haben das Potenzial, wichtige Ergebnisse und Erkenntnisse zu zentralen Fragen des Bildungswesens zu liefern. Dazu gehören die Auswirkungen von Geldzahlungen und Gutscheinen auf Lernerfolge und den Schulbesuch, die Überwindung von wirtschaftlichen Barrieren beim Zugang zu Bildung, die Wirksamkeit von Fallmanagementsystemen im Kinder- und Jugendschutz, das Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden sowie die Zuversicht, in der Schule bleiben zu können, die Wirksamkeit von beschleunigten Lernförderprogrammen bei der Unterstützung von Kindern zum Erreichen des Leistungsstands ihrer Klassenstufe im Lesen und Rechnen sowie Verbesserungen des sozialen und emotionalen Lernens, dem Wohlbefinden und der Beteiligung an der Schule. Das Projekt verfolgt die ehrgeizige Vision, die Catch-up Clubs in den nächsten fünf Jahren so weit auszubauen, dass 250 Millionen Kinder unterstützt werden können, und gleichzeitig Daten zu erheben, um das CuC-Modell auf maximale Wirkung auszurichten.

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