Die in Paris ansässige Non-Profit-Organisation möchte gegen die Ursachen vorgehen, die dazu führen, dass in Frankreich jährlich 100´000 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss abbrechen. 1001mots ist davon überzeugt, dass die Wurzeln dieses Problems bereits vor dem Schuleintritt liegen, und möchte die Anzahl der Kinder reduzieren, die im schulfähigen Alter von drei Jahren mangelnde sprachliche Fähigkeiten aufweisen. Schülerinnen und Schülern aus benachteiligten Familien erreichen fünfmal häufiger das erforderliche Mindestniveau im Lesen nicht als solche aus sozial besser gestellten Familien.

Das Umfeld, dem das Kind vor dem Schulstart ausgesetzt ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle: So haben Kognitionswissenschaftler festgestellt, dass das Zeitfenster zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr für den Spracherwerb von Kleinkindern zentral ist. Ein unzureichender früher Kontakt mit Sprache beim Eintritt in den Kindergarten führt zu einer schlechten mündlichen Sprachkompetenz, die sich wahrscheinlich zu einem dauerhaften Nachteil für das Kind auswächst. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die frühen mündlichen Sprachfähigkeiten entscheidend für die späteren Schulleistungen sind.

Die familiären Unterschiede in Bezug auf die sprachliche Entwicklung von kleinen Kindern sind laut Forschungsergebnissen erheblich. Manche Kinder beginnen den Kindergarten im Alter von drei Jahren mit einem Wortschatz von nur 500 Wörtern. Kinder, die in einem anregenderen familiären Umfeld aufwachsen, beherrschen dagegen schon 1.000 Wörter. 1001mots will schulische Misserfolge in benachteiligten Gebieten Frankreichs deutlich reduzieren, um der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Schätzungen zufolge leben in Frankreich 765´000 Kinder unter drei Jahren in einkommensschwachen Familien.

1001mots will allen Kindern vor dem Eintritt in den Kindergarten die ersten 1.000 Wörter vermitteln, die sie für einen erfolgreichen Schulstart benötigen.
Dazu bietet 1001mots Eltern ab der Geburt ihres Kindes bis zum Alter von drei Jahren Fernunterstützung an, um die Interaktionen mit ihrem Kind quantitativ und qualitativ zu verbessern. Die Organisation verbindet in ihrem evidenzbasierten Ansatz Methoden zur Verhaltensänderung, wissenschaftliche Evaluation sowie Methoden aus der Produktforschung und -entwicklung, um ein wirkungsvolles individualisiertes Programm für benachteiligte Familien zu entwickeln. Das Programm besteht aus halbjährigen Unterstützungszyklen, die auf Wunsch der Eltern verlängert werden können. Dazu gehören drei SMS-/MMS-Nachrichten pro Woche sowie die Zusendung eines auf das Alter des Kindes abgestimmten Buches und eine telefonische logopädische Beratung alle zwei Monate.

In den letzten vier Jahren hat 1001mots überzeugende Ergebnisse erzielt. Dazu gehören die Unterstützung von 4’000 Kindern im Jahr 2022 (2020 waren es noch 1’500), eine Anmeldequote von 95 Prozent der Eltern, denen das Programm durch einen Kinderarzt vorgeschlagen wurde, 60 bis 68 Prozent Bindungsrate von Eltern, die sich nach dem ersten Halbjahr für einen zweiten Unterstützungszyklus anmeldeten und eine hohe Zufriedenheitsquote – 80 Prozent der Eltern gaben an, dass das Programm hilfreich für sie war. Die erste randomisierte Kontrollstudie zeigte eine Verbesserung der Lesehäufigkeit um 20 Prozent sowie eine

Verbesserung des verbalen Austauschs zwischen Eltern und Kind um 20 Prozent. Eine zweite randomisierte Kontrollstudie zeigte eine 70-prozentige Verbesserung der anregenden Interaktionen und eine Verdreifachung der Lesehäufigkeit in Familien mit jüngeren Kindern von bis zu einem Jahr. Bis zum Jahr 2026 möchte 1001mots mit diesem auf benachteiligte Familien zugeschnittenen Programm 100´000 Kinder erreichen und somit der Armut in Frankreich systemisch entgegenwirken.

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