Best Practice Prize 2010

Familien, die wirtschaftlich und sozial benachteiligt sind, verfügen oft nicht über die Kompetenzen und Ressourcen, um ihren Kindern die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilhabe am Bildungssystem zu vermitteln. Hier setzt Opstapje an: Das in den Niederlanden entwickelte Spiel- und Förderprogramm für Kleinkinder aus sozial benachteiligten, bildungsfernen Familien (oft mit Migrationshintergrund) fördert die altersgerechte Entwicklung der Kinder in Sprache, Motorik und sozialem Umgang. Opstapje will die Eltern-Kind-Interaktion stärken und so eine wichtige Grundlage für die Lernfähigkeit des Kindes schaffen.

Hausbesucherinnen aus dem sozialen Umfeld der betreuten Familie bilden einen Schlüssel zu den manchmal schwer erreichbaren Familien. Sie unterstützen die Mütter vor Ort beim entwicklungsgerechten, spielerischen Lernen mit dem Kind. Nach einem wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt in Bremen und Nürnberg wurde Opstapje in Deutschland von einer Gruppe Pädagogen und Psychologen inhaltlich weiterentwickelt. Die Gruppe erstellte Implementierungshilfen und Schulungsprogramme von hoher Qualität und gründete einen Verein als Träger und Förderer des Programms. Damit begann eine schnelle Verbreitung in Deutschland. Bald schon folgte die Schweiz, wo der Verein a:primo das Opstapje-Programm unter dem Namen «schritt:weise» an die lokalen Verhältnisse anpasste und weiterentwickelte.

Heute ist das Förderprogramm an 85 Standorten in Deutschland und an einem Dutzend Standorten in der Schweiz aktiv. Tendenz: weiter steigend. Beide Organisationen zeigen eindrücklich, dass sie mit ihren Programmen Familien befähigen, sich als Helfer und Förderer in der kindlichen Entwicklung zu begreifen und sie darin zu stärken. Den Klaus J. Jacobs Best Practice Prize 2010 teilten sich die beiden Organisationen Opstapje e.V. aus Deutschland und a:primo aus der Schweiz.

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