Best Practice Prize 2009

In der Mission arbeiten wollte Johann Casutt aus Horgen in der Schweiz schon während seiner Ausbildung zum Jesuitenpriester. Es dauerte allerdings eine Weile, bis er schliesslich in den 60er-Jahren nach Indonesien berufen wurde.

Seine eigentliche Bestimmung fand Pater Casutt in Surakarta, wo sich unter seiner umsichtigen, einfühlsamen und kompetenten Leitung das Polytechnikum ATMI zu einer der angesehensten Berufsbildungsstätten Indonesiens entwickelte. Dabei ging Pater Casutt in mehrfacher Hinsicht innovative und zukunftsweisende Wege. So passte er das duale Berufsbildungssystem seiner Heimat erfolgreich auf die indonesischen Verhältnisse an. Im gleichen Zug baute er ein System auf, das sich zu erheblichen Teilen mit Aufträgen aus der Industrie finanziert. Und schliesslich hat es Pater Casutt mit seinem Modell geschafft, dass die Jugendlichen konfessionsübergreifend neben der technischen Effizienz und Perfektion eine ganzheitliche Produktion mit Respekt für die Mitarbeitenden und die Umwelt lernen. Das Ergebnis bestätigt sein grosses Engagement: ATMI-Lehrabgänger sind sehr gesucht, und 60 Prozent machen sich nach der Ausbildung selbständig.

Mit dem Polytechnikum ATMI und mit weiteren Berufsbildungsprojekten hat Pater Johann Casutt ein Vorbild nicht nur für Indonesien, sondern auch für andere Regionen in Entwicklung geschaffen. Ein Vorbild, das mit seiner Kombination aus technischem Wissen, moralischer Verantwortung und sozialem Engagement in Betrieben die Entwicklung sowohl des Einzelnen als auch des ganzen Gemeinwesens nachhaltig fördert.

Pater Johann Casutt († 2012)