Best Practice Prize 2015

Die Gesamtschule Unterstrass in privater Trägerschaft in Zürich widmet sich seit mehr als 34 Jahren dem Ansatz des gemeinsamen Lernens, der Elemente aus der Neuropsychologie und Kognitionspsychologie beinhaltet. Dabei steht neben der steten Weiterbildung der Lehrer besonders das so genannte reziproke Lehren, bei dem ältere Schülerinnen und Schüler jüngere unterrichten, im Vordergrund. Die Gesamtschule Unterstrass erhält den Best Practice Prize für ihr Projekt „Selbstführung und soziales Handeln in Schule und Unterricht“, mit dem die spezifische und sensitive Phase der Adoleszenz sinnvoll genutzt werden soll.

 

Indem Jugendliche, auch solche, die sozial auffällig sind und Schwierigkeiten in der Selbstführung haben, Jüngere unterrichten und betreuen, entdecken und entwickeln sie Qualitäten und Stärken in Führung und Einfühlung

Dieter Rüttimann, Leiter Gesamtschule Unterstrass

Soziales Handeln auf dem Lehrplan

Mit diesem innovativen Projekt werden fächerunabhängig wichtige soziale Kompetenzen in den schuleigenen Lehrplan aufgenommen. Im Mittelpunkt der unterrichtlichen Umsetzung stehen verschiedene Formen von altersgemischtem Lernen, bei denen sich Aspekte des sozialen Handelns in idealer Weise mit Selbstführung verbinden. Wenn Jugendliche jüngere Kinder unterrichten, müssen sie sich selber führen, indem sie ihre Impulse hinter denjenigen der jüngeren zurückstellen und auf deren unmittelbare Bedürfnisse eingehen. Die Älteren lernen, ihre Gefühle zu regulieren und sind angehalten, ihre Ziele zu erreichen. Wenn sie zum Beispiel eine altersgemischte Gruppe von vier- bis zwölfjährigen Kindern führen, sind Beziehungskompetenzen wie Konflikte lösen (Konfliktmanagement) sowie zuhören und interpretieren (Kommunikationsstrategien) notwendige Voraussetzungen. Wenn Jugendliche solche Aufgaben übernehmen, wachsen sie daran.

Videos

Gesamtschule Unterstrass