Best Practice Prize 2013

„Die Familien, die wir erreichen wollen, stehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens“, schildert Sozialpädagogin Janet Thiemann, damals Studentin bei Armbruster und heute Geschäftsführerin der ELTERN-AG. Alleinerziehendenstatus, niedriger Bildungsabschluss, Arbeitslosigkeit und Migrationshintergrund sind einige Umstände, die Familien an den gesellschaftlichen Rand und in soziale Isolation treiben.

Wir wollen die Lebenschancen der Kinder verbessern und tun dies, indem wir bei ihren Eltern ansetzen.

Sozialpädagogin Janet Thiemann

Damit gehen die 16 MitarbeiterInnen der ELTERN-AG und 196 ausgebildete MentorInnen die als Voraussetzung bereits über einen pädagogischen Abschluss verfügen müssen, einen anderen Weg als die meisten Angebote zur frühkindlichen Bildung. Ganz bewusst sehen sie das positive Potenzial in den Eltern, die von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen sind, und agieren mit ihnen auf Augenhöhe: Die MentorInnen gehen im direkten Lebensumfeld der Familien von sich aus auf die Eltern zu und laden sie ein, sich einmal pro Woche zu treffen und ihre Alltagserlebnisse, Freuden und Sorgen mitzuteilen. In insgesamt 20 Treffen geht es um Erfahrungsaustausch, die Verbesserung der Frustrationstoleranz und den Aufbau eines sozialen Netzwerkes.

Bereits über 1600 Eltern und 3800 Kinder konnten bisher erreicht werden. Heute wird das Programm mit mehr als 50 Partnern in 13 Bundesländern angeboten und weitere Städte sollen folgen; auch aus der Schweiz und Österreich gibt es bereits Anfragen. Mit dem Preisgeld möchte die ELTERN-AG weitere Standorte erschliessen und ihr Programm somit noch mehr Familien zugänglich machen.

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ELTERN-AG