Wann ist die Gleichstellung erreicht?

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist noch lange nicht verwirklicht. Trotz beachtlicher Fortschritte auf einigen Gebieten sind die Chancen von Frauen und Männern in vielen gesellschaftlichen Bereichen immer noch sehr unterschiedlich, wie der neue Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern aufzeigt. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und leisten den Löwenanteil an Sorgearbeit. Gleichzeitig ergreifen Männer seltener Berufe wie Erzieher und Grundschullehrer.

Hinter diesen Ergebnissen verbirgt sich eine enorme geografische Vielfalt innerhalb Deutschlands. Der nunmehr 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland dokumentiert diese regionalen Unterschiede.

Teilzeitarbeit hat bei den Frauen die Vollzeitarbeit verdrängt. Der hohe Teilzeitanteil der Frauen weist insbesondere aber auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Familien hin. Noch sind es vor allem Frauen, die die Verantwortung für die Familie übernehmen und damit auch mit den Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu kämpfen haben. Frauen haben durch die Verantwortung für die Familie häufig weniger Chance eine Stelle zu finden und oft reicht der Lohn nicht aus die Existenz zu sichern. Zudem droht oft die Armut im Alter. Darauf weisen im Atlas der Indikator „Grundsicherung im Alter“ und der neue Indikator „Gender Pension Gap“ hin. Um Frauen und Männern gleiche Chancen am Arbeitsmarkt zu sichern, liegt weiterhin eine wichtige Aufgabe darin, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Dazu gehört u. a. der Ausbau institutioneller Rahmenbedingungen, wie bedarfsgerechte Angebote zur Kinderbetreuung.

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