Sozialunternehmertum im Bereich frühe Kindheit

Als Lehrerin im Bereich der frühkindlichen Bildung in Washington, D. C., war ich mit den Schwierigkeiten für kleine Kinder und Familien in Amerika bestens vertraut. Ungleichheit in der frühkindlichen Entwicklung, übermässige Kosten für die Kinderbetreuung und die Debatten darüber, wie man hochwertige frühkindliche Bildung definiert, führten schliesslich zu meinem Entschluss, an der Business School zu studieren. Dort wollte ich die nötigen Kompetenzen erwerben, um als Sozialunternehmerin für die frühe Kindheit derartige Probleme anzugehen.

Ich hatte das Glück, ein Social Entrepreneur Fellowship der Jacobs Foundation zu erhalten und Teil eines Netzwerkes zu werden, das mir den Einstieg in diesen wachsenden Bereich erleichterte.

Im Lauf des Studienjahres habe ich mich intensiv auf die Tätigkeit als Sozialunternehmerin für die frühe Kindheit vorbereitet. Dazu gehörte auch eine Zusammenstellung von Einzelpersonen und Institutionen, die bereits in diesem Bereich arbeiten, sowie die Ermittlung der wichtigsten Trends des Sektors. An dieser Stelle möchte ich Ihnen drei Trends vorstellen, die ich für besonders bedeutsam halte:

Technologien erfassen und teilen den Wert von Experten

Als ich noch unterrichtete, stand ich Technologien skeptisch gegenüber. Zwar war ich der Meinung, dass sie durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, doch floss meiner Ansicht nach ein zu grosser Anteil des Schulbudgets in den Kauf von Technologien, die nur wenig zum Lernerfolg der Schüler beitrugen. An der Saïd Business School erkannte ich jedoch das Potenzial von Technologien als Hilfsmittel für Lehrer und Eltern. So bestand ein Grossteil meines Wertes als Lehrerin darin, dass ich meine Schüler und ihre Fähigkeiten sehr gut kannte, ihre Lernfortschritte aufzeichnete und massgeschneiderte Aktivitäten anbot, damit die Kinder diese Fähigkeiten in der Schule und zu Hause mit ihren Eltern verbessern konnten. Genau das hat sich das Start-up Oyalabs vorgenommen. Mit einem Gerät und einer App, die Daten zur Kinderentwicklung erfasst, diese analysiert und Lernfortschritte aufzeigt, und dem Kind dann Aktivitäten und Ressourcen empfiehlt, will Oyalabs diesen Wert für alle zugänglich machen.

Verbesserung von In-Home-Betreuung

Zwar waren meine eigenen Schüler alle bereits an einer Bildungsinstitution integriert, doch hörte ich häufig von Eltern, wie teuer und schwierig es sei, für Kinder bis 3 Jahre einen Platz in einem hochwertigen frühkindlichen Bildungsprogramm zu ergattern. Eltern, die ich in Grossbritannien befragte, erzählten von ähnlichen Problemen. Sie berichteten von Schwierigkeiten, einen Platz in einem guten Kinderbetreuungsprogramm zu erhalten, und fragten sich, ob die Betreuungspersonen ihrer Kinder ausreichend Unterstützung und Fortbildungsmöglichkeiten bekämen. Doch für dieses Problem gibt es mittlerweile zahlreiche innovative Lösungen. Projekte wie WonderSchool, Tiney und MyVillage vergrössern den Pool hochwertiger Kinderbetreuungsprogramme, indem sie Fortbildungsmöglichkeiten für Anbieter von In-Home-Betreuung bereithalten und Erziehern helfen, im eigenen Zuhause Vorschulen zu gründen. An den Kosten für die Eltern ändert sich dadurch leider wenig, doch mit einem zunehmenden Bewusstsein für dieses Problem gehe ich davon aus, dass Unternehmen wie die oben genannten in Kooperation mit Regierungen innovative Lösungen finden werden.

Unterstützungsangebote für Eltern

Seit langem konzentriert man sich bei Neuerungen in der frühkindlichen Bildung auf das Kind. Allerdings wächst das Bewusstsein dafür, dass sich das Wohlergehen der Eltern und der Erziehungsstil signifikant auf die frühkindliche Entwicklung auswirken und wir innovative Lösungen für die Unterstützung der Eltern finden müssen. So stand die LEGO Idea Conference – ein jährlich stattfindendes Treffen von Innovatoren und Forschern im Bereich frühkindliche Bildung – dieses Jahr unter dem Motto „Unlocking the Power of Parenting“. Mit Unterstützung der Jacobs Foundation konnte ich an der Konferenz teilnehmen und lernte dort Sproutable kennen, ein innovatives Sozialunternehmen, das Lehrangebote für Eltern bereithält. Sproutable bietet Online- und Präsenzunterricht zur Kindererziehung mit Fokus auf typische Schwierigkeiten, wie beispielsweise den Umgang mit Wutanfällen. In den Kursen werden den Eltern die nötigen Fähigkeiten vermittelt, um einerseits die soziale und emotionale Kompetenz ihrer Kinder aufzubauen, andererseits jedoch auch die eigene weiterzuentwickeln, um für die Herausforderungen des Elterndaseins gewappnet zu sein. Ausserdem experimentiert das Unternehmen derzeit mit einem Coachingangebot für Eltern zu spezifischen Themen, wie beispielsweise Flugreisen mit Kleinkindern, für das Chatbots genutzt werden.

Das waren nur einige wenige Start-ups, die exemplarisch für die grössten Trends im Sozialunternehmertum des Bereichs frühe Kindheit stehen. Ich freue mich darauf, noch viele weitere kennenzulernen, wenn ich nach dem Studienabschluss meine Tätigkeit bei Oyalabs beginne!

ZUR PERSON

Lauras beruflicher Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von kleinen Kindern und deren Familien. Vor ihrem MBA-Studium an der Saïd Business School der Universität Oxford unterrichtete „Ms. Laura” Drei- und Vierjährige an öffentlichen Schulen in Washington, DC. Ausserdem arbeitete sie im Rahmen des frühkindlichen Interventionsprogramms von Washington mit ein- bis vierjährigen autistischen Kindern und arbeitete sehr selbständig in einer leitenden Position für die Ashoka Changemaker Schools. Laura kombiniert ihre Kenntnisse im Bereich Sozialunternehmen mit ihren Erfahrungen als effektive Lehrkraft und ihren MBA-Abschluss, um allen Familien hochwertige frühkindliche Bildung und Unterstützung zukommen zu lassen.

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