Preisverleihung mit Wissenschaftsdialog

Im Rahmen eines interaktiven Festaktes am 22. November an der Universität Zürich wurde Professor Daphne Bavelier der Klaus J. Jacobs Research Prize 2019 verliehen. Hunderte Gäste konnten die Forschungsschwerpunkte der Preisträgerin an drei Orten für Wissenschaftsdialog hautnah erleben.

Moderationen wie bei einer Oscar-Nacht, ein Kurzfilm, zwei inspirierende TED Talks sowie drei Orte für Wissenschaftsdialog machten die Verleihung des Klaus J. Jacobs Forschungspreises zu einem ganz besonderen Anlass für 350 internationale Gäste. Der Abend begann mit einer Begrüssungsrede der beiden Co-CEOs der Jacobs Foundation, Fabio Segura und Simon Sommer, die beim Publikum herzhafte Lacher auslöste und den ein oder anderen Gast an die Oscar-Nacht erinnerte. Lavinia Jacobs, die Präsidentin des Stiftungsrats, würdigte Prof. Baveliers Forschung zur Förderung der neuronalen Plastizität und des Lernens bei Nutzung von Action-Videospielen. Anschliessend hielt Professor Michael Brecht einen Vortrag über die wissenschaftliche Signifikanz von Professor Baveliers Arbeit und ging dabei auch auf deren TED Talk ein.

Die Rede von Prof. Daphne Bavelier bei der Preisverleihung

Forschung hautnah erleben

Im grossen Lichthof der Universität Zürich wurden drei Orte für Wissenschaftsdialog aufgebaut, die es den internationalen Gästen ermöglichten, Professor Baveliers Forschungsschwerpunkte neuronale Plastizität, Aufmerksamkeitskontrolle und Wissenschaft des Spielens und Lernens hautnah zu erleben: eine riesige Metallkonstruktion eines menschlichen Gehirns, ein Platz für Videospiele wie im Forschungslabor und ein Bereich zum Thema Spielen. Ausserdem bekamen die Gäste die Möglichkeit, sich mit Professor Baveliers Team, anderen Wissenschaftlern sowie der diesjährigen Preisträgerin selbst auszutauschen. „Ich finde es grossartig, dass die Gäste hier Forschung hautnah erleben können“, sagte Professor Daphne Bavelier. „Ich werde oft gefragt, welche Experimente wir im Labor durchführen – hier kann es jeder selbst ausprobieren!“

Der beeindruckendste Ort für Wissenschaftsdialog war wohl die riesige Metallkonstruktion eines menschlichen Gehirns. Hier hatten die Gäste die Möglichkeit, neuronale Verknüpfungen zu schaffen oder zu unterbrechen und auf diese Weise Gehirnprozesse zu simulieren, die das Gedächtnis stärken bzw. schwächen.

Am zweiten Ort für Wissenschaftsdialog ging es um Aufmerksamkeitskontrolle. „Hier können Sie Tests machen, die wir auch im Labor nutzen“, erklärte Arthur Nguyen, ein Doktorand aus Professor Baveliers Forschungsteam an der Universität Genf, und zeigte uns ein Tablet. „Das funktioniert wie ein Videospiel. Sie sehen einen umherschwimmenden Fischschwarm und Ihre Aufgabe ist es, den Fisch in der Mitte des Schwarms zu beobachten und möglichst schnell zu entscheiden, ob er nach links oder rechts schwimmt. Das hört sich jetzt vielleicht einfach an, allerdings schwimmen die Fische später in unterschiedliche Richtungen, dann wird es schwerer!“ Mit diesem Spiel testen die Forscher, wie gut wir irrelevante Informationen ignorieren und uns auf eine Aufgabe konzentrieren können. Diese Fähigkeit entwickelt der Mensch vor allem im Alter zwischen 3 und 7 Jahren.

Gäste, die Tests für die Aufmerksamkeitskontrolle in einem Ort für Wissenschaftsdialogs ausprobieren

Von Mäusen und Menschen (sowie Fischen und anderen Tieren)

Am dritten Ort für Wissenschaftsdialog  ging es um die Wissenschaft des Spielens und Lernens. Säugetiere, Vögel und sogar Schildkröten und Fischen zeigen spielerisches Verhalten, wie in den Videos des Spielexperten Gordon Burghardt auf anschauliche Weise deutlich wird.  Die artenübergreifende Präsenz dieser Verhaltensweise bei Jungtieren lässt darauf schliessen, dass Spielen dabei hilft, wichtige Meilensteine der Entwicklung zu erreichen und mit neuen oder unerwarteten Situationen umzugehen. Um die Bedeutung des Spiels für den Lernprozess nachvollziehen zu können, testeten die Gäste Project Square. Mit diesem Spiel üben Kinder ganz ohne Bildschirm informatisches Denken.

„Eine wirklich bereichernde Erfahrung!“, sagte Jacobs Social Entrepreneurship Fellow Elizabeth Anthony. „Ich bin keine Wissenschaftlerin, aber durch die drei Orte für Wissenschaftsdialog wurde Professor Baveliers Forschung für mich greifbar und verständlich. Es hat Spass gemacht!“

350 internationale Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur nahmen am 22. November 2019 an der feierlichen Preisverleihung an der Universität Zürich teil.

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Die Orte für Wissenschaftsdialog ermöglichten den Gästen Professor Baveliers Forschungsschwerpunkte hautnah zu erleben

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