Neue Partnerschaft zwischen Jacobs Foundation und ISSA

Nach der erfolgreichen Umsetzung von Primokiz in der Schweiz und in Deutschland gewährt die Jacobs Foundation jetzt die Nutzungsrechte am Primokiz Ansatz der International Step by Step Association (ISSA).  

Durch die Verbreitung des Ansatzes innerhalb des internationalen ISSA-Netzwerkes sollen die sehr guten Erfahrungen aus der Schweiz genutzt, adaptiert und dadurch dessen Wirkung vergrössert werden. Zum Auftakt der neuen Partnerschaft wird Primokiz im Rahmen eines Pilotprojektes mit einem rumänischen ISSA-Mitglied zum Einsatz kommen, später will man dann in andere Länder expandieren.

Primokiz hilft dabei, eine umfassende Politik der frühen Kindheit zu entwickeln

Die Jacobs Foundation initiierte Primokiz in der Schweiz, um Gemeinden, Städte und Kantone dabei zu unterstützen, eine umfassende Politik der frühen Kindheit zu entwickeln. Dabei erfüllt das Programm zwei Aufgaben: Es stellt eine Verbindung her zwischen Verwaltung und Politik bzw. privaten Akteuren im Bereich der frühen Kindheit (horizontale und vertikale Kooperation); und es betont, dass die frühe Kindheit in der gemeinsamen Verantwortung der Bereiche Bildung, Soziales und Gesundheit liegt.

Programm in der Schweiz initiiert

Im Jahr 2012 startete das Programm in drei Kantonen und achtzehn Städten in der Schweiz, unterstützt durch Expertinnen und Experten der frühen Kindheit. In einem ersten Schritt wurde eine Situationsanalyse durchgeführt. Anhand der so gewonnenen Erkenntnisse erarbeitete man anschliessend eine umfassende Strategie, um geplante oder bereits existierende Programme zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung miteinander zu verknüpfen. Ziel war es, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Familien in den Gemeinden bzw. Kantonen zu erfüllen.

Der Erfolg des Programms führte zu positiven Reaktionen und einer steigenden Nachfrage, Primokiz auch an weiteren Standorten einzusetzen. In Kooperation mit der Roger Federer Foundation startete die Jacobs Foundation im Jahr 2016 daher eine zweite Phase: Primokiz2. Die Umsetzung übernahm die RADIX Schweizerische Gesundheitsstiftung. Heute ist Primokiz2 in verschiedenen Implementierungsphasen an dreissig Schweizer Standorten im Einsatz, eine Erweiterung um weitere fünfzig ist geplant. Wichtigstes Ziel ist es, diese Standorte dabei zu unterstützen, umfassende Strategien für ihre Angebote der frühen Kindheit zu erarbeiten und die Entwicklung struktureller Rahmenbedingungen sowie nachhaltiger, auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittener Programme zu unterstützen.

Adaption des Programms für den Einsatz in Deutschland

Seit 2015 ist Primokiz ausserdem unter dem Namen „Qualität vor Ort“ deutschlandweit im Einsatz. Experten sind in zwanzig Gemeinden aktiv, um bei der Entwicklung umfassender Strategien für die frühe Kindheit nach dem Primokiz-Prinzip zu helfen. Unterstützt wird „Qualität vor Ort” durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Jacobs Foundation. Die Umsetzung leitet die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).

Nutzung von Primokiz jetzt auch durch ISSA

In jüngerer Zeit hat ISSA verstärkt versucht, auf die Bedeutung einer gut durchdachten Politik der frühen Kindheit aufmerksam zu machen, so beispielsweise kürzlich mit dem Partnerprojekt INTESYS. Ende 2018 würdigte die Jacobs Foundation die langjährige Erfahrung ISSAs im Bereich der frühen Kindheit und unterzeichnete eine Vereinbarung, die dem Verband unentgeltlich das Recht gewährt, den Primokiz Ansatz zu nutzen und zu verbreiten. Ziel ist es, die Stärken des Netzwerkes zu nutzen, um den Ansatz von Primokiz immer mehr Ländern zur Verfügung zu stellen und so dessen Wirkungsbereich zu vergrössern.

Ein erster Workshop für den Wissenstransfer wurde im Oktober 2018 in Zürich für ISSA-Mitarbeitende organisiert, gefolgt von einem weiteren im Januar 2019 in Rumänien, wo Primokiz-Expertinnen vor Ort geschult wurden.

Einsatz des Programms in Rumänien

Die Jacobs Foundation kooperiert mit ISSA, dem Step by Step Center for Education and Professional Development und UNICEF, um in Rumänien mithilfe von Primokiz eine auf vier Jahre angelegte Initiative umzusetzen. Damit will man neue Wege ausloten, um durch verbesserte Zusammenarbeit und eine Koordination auf Gemeindeebene Angebote für die jüngsten Kinder und deren Familien zu entwickeln, zu planen und zu implementieren. Die Initiative zielt darauf ab, die Agenda für eine Politik der frühen Kindheit voranzubringen und gleichzeitig auf die Bedeutung qualitativ hochwertiger Angebote in diesem Bereich hinzuweisen.

Mithilfe von Primokiz sowie weiteren Modellen und Methoden will man zunächst in zwei rumänischen Kreisen und einem Distrikt von Bukarest ein solides und integriertes System für die Angebote der frühen Kindheit erarbeiten und formulieren. Die Initiative zielt zunächst auf nahezu 60 Angebote für Kinder von 0 bis 6 Jahren ab und will in den kommenden 4 Jahren bis zu 100 Services im Bereich der frühen Kindheit erreichen. Dabei soll es sowohl um klassische (z. B. Kindergarten und Kinderkrippen) als auch um zusätzliche, neue Angebote in den beiden Kreisen gehen.

Pläne für die Zukunft

In Zukunft werden die Jacobs Foundation und ISSA ihre Partnerschaft in Rumänien fortsetzen und Möglichkeiten eruieren, Primokiz auch in weiteren interessierten Ländern zu implementieren.

 

 

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