Nachhaltige Weiterentwicklung der Bildungslandschaften

Nach über zehn Jahren, in denen die Jacobs Foundation den Aufbau von Bildungslandschaften gefördert hat, übergibt sie die Aufgabe zur weiteren Verbreitung in der Schweiz an éducation21. Wir haben mit Marion Künzler über die Zukunft der Bildungslandschaften gesprochen.

Was hat education21 dazu bewegt, Bildungslandschaften zu übernehmen?

Mehrere Gründe: Etwa die Zusammenarbeit mit uns vertrauten Akteuren wie Schulen und ausserschulischen Institutionen und Personen sowie die inhaltliche Nähe zum Konzept Bildung für Nachhaltige Entwicklung. In einer Bildungslandschaft arbeiten alle Bildungsakteure vernetzt auf gemeinsame Ziele ausgerichtet zusammen, was einem grossen Bedürfnis entspricht. Nebst den 22 von der Jacobs Foundation geförderten Bildungslandschaften entstanden noch 30 weitere schweizweit. Ein weiterer Grund ist, dass Bildungslandschaften die Qualität der lokalen Bildungssysteme und die Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen nachweislich verbessern, wie die Studie von der PH Zug gezeigt hat.

Was wollen Sie erreichen?

Unsere neue Anlaufstelle unterstützt die Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie die involvierten Akteure in einer Bildungslandschaft beim Aufbau, Verankerung sowie der Weiterentwicklung zu Bildungslandschaften21.

Das Ziel einer Bildungslandschaft21 ist es, allen Kindern und Jugendlichen die Kompetenzen zu vermitteln, damit sie eine zukunftsfähige Gesellschaft mitgestalten können und allen eine chancengerechte Bildung zu ermöglichen. Insbesondere möchten wir unsere Anstrengungen in der Westschweiz ausbauen.

“Das Ziel einer Bildungslandschaft21 ist es, allen Kindern und Jugendlichen die Kompetenzen zu vermitteln, damit sie eine zukunftsfähige Gesellschaft mitgestalten können…”

Die Weiterentwicklung von Bildungslandschaften zu Bildungslandschaften21 bedeutet für Sie, dass Sie die Bildung für Nachhaltige Entwicklung mehr einbringen?

Auf alle Fälle. Allerdings geht es nicht um eine Neuausrichtung, sondern mehr um ein Aufzeigen, was dazu alles schon gemacht wird und wo Weiterentwicklungsmöglichkeiten bestehen. Bei der Bildung für Nachhaltige Entwicklung setzen sich die Kinder und Jugendlichen mit der Komplexität der Welt und deren ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Sie bauen Wissen auf, um sich an der Nachhaltigen Gestaltung der Zukunft beteiligen zu können, oder sich mit Interkulturalität auseinander zu setzen. Der Einbezug von Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist ein zusätzliches Angebot der Anlaufstelle, aber kein Muss.

2019 haben Sie eine Strategie für die nächsten fünf Jahren entwickelt. Was hat Sie bei der Entwicklung und Einarbeitung ins Thema überrascht?

Überrascht hat mich, wie viel Freiwilligenarbeit in einer Bildungslandschaft oft steckt! Trotz dem hohen Bedarf an Koordination und Vernetzung der Bildungsakteure mangelt es häufig an finanziellen und damit auch personellen Ressourcen. Deshalb treffen wir eine unglaubliche Motivation und Überzeugung aller Akteure in den Bildungslandschaften an. Ebenso haben mich die vielen tollen Ideen und Angebote in den zahlreichen Bildungslandschaften überrascht.

“Ebenso haben mich die vielen tollen Ideen und Angebote in den zahlreichen Bildungslandschaften überrascht.”

Für die Bildungslandschaften ist die Zusammenarbeit von Schule, Politik und weiteren Bildungsakteuren entscheidend. Was können Sie tun, um dies zu gewährleisten?

Wir arbeiten in Kooperation mit der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX zusammen, die durch ihre Kompetenzen in der kommunalen Gesundheitsförderung und der Frühen Förderung uns perfekt ergänzt.

Weiterhin ist education21 eine nationale Anlaufstelle und Fachagentur der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), dank dessen können wir die Anliegen der Bildungslandschaften in den entsprechenden Gremien vertreten und einbringen. Ebenso wollen wir gezielt mit Multiplikatoren zusammenarbeiten wie dem Schulnetz21, der offenen Jugendarbeit oder dem Gemeinde- und Städteverband.

Was planen Sie für die Zukunft der Bildungslandschaften?

Die Anlaufstelle ist bis Ende 2021 durch die Jacobs Foundation finanziell gesichert. Wir möchten danach eine Anschlussfinanzierung für mindestens weitere drei Jahre sicherstellen. Wir freuen uns auf die spannende Netzwerkarbeit und viele neu entstehende Bildungslandschaften!

Marion Künzler, éducation21

Marion Künzler ist Projektleiterin der Anlaufstelle Bildungslandschaften21. Sie arbeitet bei der Stiftung édcuation21, welche das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schweiz ist.

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