Nachgefragt

3 Fragen zum Thema frühe Kindheit an Lavinia Jacobs, Präsidentin der Jacobs Foundation

In der neuen Strategie der Jacobs Foundation steht die frühe Kindheit nicht mehr im Fokus. Ist Ihre Arbeit in diesem Bereich getan?

Mit unserer neuen Strategie 2030 werden wir uns in den kommenden Jahren dem Thema Lernen widmen und werden auf die drei Schwerpunkte ‘Learning Minds’, ‘Learning Schools’ und ‘Learning Societies’ setzen. Dabei werden wir selbstverständlich Erkenntnisse berücksichtigen, die wir in den vergangenen Jahren im Bereich der frühen Kindheit gewonnen haben. Zu Beginn haben wir uns mit Forschungs- und Projektförderung für die frühe Kindheit engagiert,  in einer zweiten Phase dann mit nationalen Programmen zur Entwicklung von Strategien auf Gemeinde- und Kantonsebene oder im Bereich der Qualitätsentwicklung in Kitas und Bildungslandschaften. All diese Programme werden von unseren Partnern weitergeführt. Mit unserer Forschungsagenda und der READY!-Kampagne unterstützten wir eine Nationale Strategie der frühen Kindheit. Mit diesem Engagement haben wir viel erreicht: alle wichtigen und relevanten Akteure in den Fachbereichen, der Administration, der Politik und der Wirtschaft sind sensibilisiert, haben sich das Thema zu eigen gemacht und sind aktiv. Daher ist heute ein guter Zeitpunkt, auch hier die Verantwortung weiterzureichen.

Wer kann diese Verantwortung übernehmen?

Es freut uns sehr, dass sich am 20. August die neue «Allianz Kindheit» konstituiert hat. Die Allianz wird co-präsidiert von Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider und Nationalrat Philipp Kutter. Wir sind derzeit in intensiven Gesprächen darüber, dass die Allianz die READY!-Kampagne übernehmen wird. Durch die Unterstützung von über 60 Ready-Botschafterinnen und -Botschaftern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft konnten wir über die Wichtigkeit einer Politik der frühen Kindheit breit informieren. Die Allianz Kindheit will sicherstellen, dass die frühe Kindheit auch in Zukunft auf der nationalen Agenda bleibt.  


Die Jacobs Foundation schliesst ihre Forschungsagenda mit einer Studie über die volkswirtschaftliche Wirkung von Investitionen im Frühbereich ab. Warum?


Wir konnten mit den vorherigen Studien aufzeigen, welche Bedeutung eine Politik der Förderung der frühen Kindheit für Eltern und Kinder hat. Die Resultate der vierten und letzten Studie unserer Forschungsagenda schliessen eine Lücke, indem wir für die Schweiz zeigen, was auf internationaler Ebene schon längst bekannt ist: Eine grössere Investition in die frühe Kindheit lohnt sich, auch für den Staat und die Wirtschaft. Und das schon nach rund 10 Jahren. Qualität im Bereich der frühkindlichen Bildung zahlt sich wirklich für alle aus.

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