Mobbing – Eltern und Lehrpersonen können wirksam helfen

Kinder und Jugendliche verbringen einen Grossteil ihres Lebens in der Schule. Negative schulische Erfahrung können weitreichende Konsequenzen für das spätere Leben haben.

Bis zum Übertritt ins Berufsleben verbringen Kinder rund 10’000 Stunden in der Schule. Lehrpersonen und anderes Schulpersonal tragen mit ihrer täglichen Arbeit dazu bei, das schulische Umfeld positiv und produktiv zu gestalten. Negative Erfahrungen hingegen, beispielsweise infolge von Mobbing, können eine qualitativ hochwertige Lernumgebung stören. Daher ist es für das Schulsystem unerlässlich, Mechanismen und Ressourcen zur Verfügung zu haben, um auf solche Erfahrungen angemessen zu reagieren und der Entstehung von Verhaltensproblemen im schulischen Umfeld vorzubeugen. Eine neue Broschüre des Jacobs Center an der Universität Zürich präsentiert den aktuellen Forschungsstand und Wege, die zum Bildungserfolg führen.

Mobbing an Schulen

Wirksame Prävention von Mobbing auf allen Schulstufen ist wichtig, weil sich Mobbing in vieler Hinsicht nachteilig auf die Opfer auswirken und noch Jahre später negative Spuren in ihrem Leben hinterlassen kann. Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, welche Faktoren zu sogenannter Resilienz beitragen, also einer positiven Bewältigung von Opfererfahrungen.

Forscher am Jacobs Center sind diesen Fragen nachgegangen. Sie fanden heraus, dass Kinder, die im zweiten Jahr der Primarschule Opfer von Mobbing wurden, noch drei Jahre später eine erhöhte Rate von Ängstlichkeit und Depressivität hatten und eine vermehrte Tendenz zu aggressivem Verhalten aufwiesen.

Nicht für alle Opfer sind die Konsequenzen jedoch langfristig negativ. Weitere Studien des Jacobs Center zeigen, dass gemobbte Kinder weniger unter Ängstlichkeit und Depressivität leiden, wenn die Eltern zu Hause für eine warme Atmosphäre sorgen, indem sie z. B. ihren Kindern Komplimente machen und mit ihnen etwas unternehmen. Ebenso kann ein gutes Verhältnis zur Lehrperson helfen, das gemobbte Kinder später weniger Angst und Depressionen haben.

Eltern und Lehrpersonen spielen also eine sehr wichtige Rolle bei der Verringerung der negativen Folgen von Opfererfahrungen in der Schule. Daher sollten Präventionskampagnen diese Akteure einbeziehen und ihnen zeigen, wie sie Mobbingopfern helfen können.

Die Broschüre des Jacobs Center wurde während des Symposiums «Problemverhalten an Schulen, Frühförderung und Bildungserfolg» am 4. Oktober 2019 im Jacobs Haus in Zürich vorgestellt.

Das Jacobs Center for Productive Youth Development ist ein wissenschaftliches Zentrum an der Universität Zürich, das sich auf Jugendforschung konzentriert. Das Zentrum ist ein Joint Venture zwischen der Universität Zürich und der Jacobs Foundation. Ziel ist es, die menschliche Entwicklung interdisziplinär zu erforschen und somit zur Verbesserung der Lebensverläufe junger Menschen beizutragen. Forschende am Jacobs Center kommen aus den Bereichen der Ökonomik, Psychologie und Soziologie.

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