Kindergarten der Zukunft in Bayern

Nur wenige Studien zur Wirkung von Interventionen haben einen langen Atem. Fördermittel stehen oft nur für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren zur Verfügung. Doch gerade bei Interventionen im Frühbereich zeigen sich viele Ergebnisse erst Jahre später, zum Beispiel in den Schulleistungen von vor vielen Jahren im Kindergarten geförderten Kindern. Deshalb hat die Jacobs Foundation seit 2011 die Follow-Up Studie zum Modellversuch “Kindergarten der Zukunft in Bayern” an der Otto-Friedrich Universität Bamberg und der Freien Universität Berlin gefördert.

Der Modellversuch “Kindergarten der Zukunft in Bayern” (KiDZ), der von 2004 in 2009 in bayerischen Kindergärten durchgeführt wurde, hatte das Ziel, Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren mittels traditioneller Kindergartenpädagogik kombiniert mit bereichsspezifischer Förderung (z.B. spezifische Förderung im mathematischen und sprachlichen Bereich) sowie schulvorbereitenden Elementen zu fördern. Die weiterführende Studie des Modellversuchs untersuchte die Langzeiteffekte von KiDZ bis zum 12. Lebensjahr. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, inwieweit die Förderung im Kindergarten die Kompetenzen der Kinder in Mathematik, Deutsch und im sozial-emotionalen Bereich beeinflusst. Dafür wurden ausgewählte Kompetenzen (z.B. mathematische und sprachliche Fähigkeiten) 52 KiDZ-Kinder und 31 Kinder der Kontrollgruppe im Alter von 12 Jahren erhoben. Ausserdem wurden zusätzliche Informationen zu Aspekten wie zur Zufriedenheit, zum Risikoverhalten und zur sozial-emotionalen Entwicklung über Schüler- und Elternfragebögen gewonnen.

Förderqualität in Kindergärten ist entscheidend

Die Ergebnisse zeigen, dass die KiDZ-Kinder im Alter von 12 Jahren bessere mathematische Kompetenzen haben als die Vergleichsgruppe. Der Grund für den Kompetenzvorsprung ist aber nicht direkt die Teilnahme an KiDZ, sondern die höhere Qualität der mathematischen Förderung, die in den KiDZ-Kindergartengruppen geboten wurde. Für die Kompetenzen in Deutsch können keine Zusammenhänge zwischen der Teilnahme an KiDZ und Fertigkeiten im Lesen festgestellt werden. Mit Blick auf die Zufriedenheit und das Zurechtkommen der Kinder zeigen die KiDZ-Kinder bessere Noten in Mathematik und berichten, dass sie besser in der Schule zurechtkommen als Kinder der Kontrollgruppe, unabhängig von der erlebten Förderqualität im Kindergarten. Insgesamt belegen die Ergebnisse die langfristige Wirksamkeit einer hohen bereichsspezifischen Förderqualität in Kindergärten auf die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung von Kindern. Diese Entwicklung ist entscheidend für den späteren Erfolg der Kinder.

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