Gemeinsam gerechte
Chancen schaffen

Die schweizweite Kampagne READY! bringt in ihrer Koalition alle Institutionen zusammen, die sich für die frühe Kindheit in der Schweiz engagieren. In der Koalition sind der Fachbereich, Institutionen aus der Wissenschaft, zivilgesellschaftliche Akteure, politische Entitäten und Stimmen aus der Wirtschaft aktiv. Um den Austausch zu fördern, eine gemeinsame Stimme zu bilden und die nächsten Schritte zu diskutieren, traf sich die Koalition am 23. März 2018 zum zweiten Mal.

Die frühe Kindheit ist zentral für die Entwicklung der Kinder. In dieser Phase wird das Fundament für kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten gelegt, deshalb zahlen sich Investitionen in dieser Zeit gesamtgesellschaftlich langfristig am meisten aus und führen zu einer höheren Bildungsrendite. Mit gezielten Unterstützungsprogrammen für Familien und Kindern aus sozial benachteiligten Umfeldern kann ein grosser Schritt in Richtung Chancengerechtigkeit getan werden. Dabei stehen bei READY! das Wohl des Kindes und dessen bestmögliche Entwicklung im Zentrum.

Sozio-ökonomische Gruppen driften weiter auseinander

Die ökonomische Perspektive beleuchtete in einem Referat Hannes Schwandt, Assistenzprofessor am Department of Economics der Universität Zürich. Er verwies auf unterschiedliche gesellschaftliche Dynamiken, die sich auf die Anzahl Kinder in sozio-ökonomisch unterschiedlichen Gruppen niederschlagen. Aufgrund der ungerechten Chancen des Nachwuchses aus eher benachteiligtem Umfeld, driften die Gruppen weiter auseinander, was zu höheren Gesundheits- und Sozialkosten, aber unter Umständen auch zu Radikalisierungen und Populismus jeglicher Art führen kann.

Investitionen in die frühe Kindheit sind also nicht nur eine Frage der Ermöglichung von mehr Chancengerechtigkeit für Kinder aus sozio-ökonomisch benachteiligten Umfeldern. Vielmehr muss auch die soziale Kohäsion betont werden: Einerseits kann Kindern aus benachteiligten Umfeldern zu mehr Chancen verholfen werden, andererseits werden die Kosten (Opportunitäts- und Investitionskosten) des Kinderkriegens für Personen mit höherer Bildung reduziert – so z.B. durch Möglichkeiten der Teilzeitarbeit oder flexibleren Arbeitsmodellen.

Investitionen in die frühe Kindheit sind gesellschaftlich klug

Der renommierte Professor für Mikroökonomik Ernst Fehr betont als Botschafter der Anliegen von READY! denn auch: «Investitionen in die frühe Kindheit gehören zum Besten, was eine Gesellschaft tun kann.» An die Generationensolidarität appelliert Heidi Simoni, Institutsleiterin des Marie Meierhofer-Institut für das Kind und ebenfalls Botschafterin von READY!: «Investitionen in die frühe Kindheit sind gesellschaftlich klug und lohnen sich in jeder Hinsicht. Sie entsprechen der Verantwortung der älteren Generation gegenüber den jüngeren Einwohnerinnen und Einwohner.»

Damit die Kinder in der Schweiz optimal auf die zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft und Wirtschaft vorbereitet werden, setzt sich die Koalition von READY! für eine umfassende Politik der frühen Kindheit ein. Zentral sind dabei eine bereichs- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten, qualitativ hochwertige Betreuungsangebote sowie die Professionalisierung der Fachpersonen und Institutionen.

Möchte auch Ihre Institution der frühen Kindheit in der Schweiz eine starke Stimmen geben? Melden Sie sich unverbindlich über info@ready.swiss

Einzelpersonen können die READY!-Charta digital unterschreiben und so dem Anliegen noch mehr Gewicht geben.

 

Rückblick zum Treffen im Video: