Gegen Kinderarbeit – gemeinsam für hochwertige Bildung

  • Eine starke Koalition aus ivorischer Regierung, Unternehmen der Kakao- und Schokoladenindustrie und Stiftungspartnern will die Hauptursachen von Kinderarbeit in der Elfenbeinküste gemeinsam angehenEine starke Koalition aus ivorischer Regierung, Unternehmen der Kakao- und Schokoladenindustrie und Stiftungspartnern will die Hauptursachen von Kinderarbeit in der Elfenbeinküste gemeinsam angehen
  • Die Partner wollen zwei Initiativen mit einer Gesamtfinanzierung von 150 Millionen CHF ins Leben zu rufen, um Bildungsqualität und frühkindliche Entwicklung voranzubringen

Um die Entwicklung ihres Humankapitals zu unterstützen und die Hauptursachen der Kinderarbeit zu bekämpfen, hat die ivorische Regierung drei Strategien entwickelt: den nationalen Handlungsplan zur Bekämpfung der Kinderarbeit, den 10-Jahres-Plan für den Bildungssektor und einen nationalen, sektorenübergreifenden Ernährungsplan. Eine starke Koalition aus Stiftungspartnern und 11 Kakao- und Schokoladenherstellern will sich nun mit der ivorischen Regierung zusammentun und diese bei der Umsetzung ihrer strategischen Ziele unterstützen, um Kinderarbeit zu bekämpfen und allen Kindern einen guten Start ins Leben und Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Ein entscheidender Meilenstein wurde am 15. April erreicht, als der Ministerrat der ivorischen Regierung der Vereinbarung zustimmte, die den Grundstein für diese beispiellose öffentlich-private Partnerschaft legt.

Bedrohung durch COVID-19-Virus
Angesichts der Herausforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 ist diese öffentlich-private Partnerschaft wichtiger denn je. Um die Bevölkerung vor den Gefahren des COVID-19-Virus zu schützen, hat die ivorische Regierung die Schulen geschlossen, wie viele Regierungen anderswo auf der Welt auch. Obwohl dies in Hinblick auf die öffentliche Gesundheit ein wichtiger Schritt war, wird sich diese Massnahme in erheblichem Masse auf die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten der ivorischen Kinder auswirken. Die Lernstunden pro Kind gehen in diesem Fall einfach verloren. Die Weltbank warnt ausserdem vor einer Rezession in Subsahara-Afrika, die den Druck auf das Einkommen der Bauern erhöhen könnte. Studien zeigen, dass bei geringerem Haushaltseinkommen die Kinderarbeit tendenziell zunimmt.

Starke Partner
Die Jacobs Foundation, die UBS Optimus Foundation, die ivorische Regierung sowie die Kakao- und Schokoladenhersteller Barry Callebaut, Cargill, Chocolonely Foundation, ECOM, Ferrero, The Hershey Company, Mars Wrigley, Mondelēz International, Nestlé, Olam Cocoa und Touton wollen gemeinsam das nötige Startkapital zur Verfügung stellen, um zwei Finanzierungsplattformen zu lancieren. Insgesamt sollen 150 Millionen CHF aufgebracht werden, damit in weiten Teilen der Elfenbeinküste effektive Lernmöglichkeiten entstehen und die frühkindliche Entwicklung gefördert werden kann. Um die finanzielle Zielvorgabe für die beiden Plattformen zu erreichen, sind weitere Akteure eingeladen, sich der Koalition anzuschliessen.

„Das ist eine einzigartige Gelegenheit, die Hauptursachen der Kinderarbeit mit vereinten Kräften rigoros zu bekämpfen und die Verbesserung der Bildungsqualität systematisch anzugehen“, sagt Fabio Segura, Co-CEO der Jacobs Foundation. „Alle Partner glauben fest daran, dass wir nur im Zusammenschluss nachhaltige Veränderungen bewirken können.“

Zwei Initiativen für Bildungsqualität und frühkindliche Entwicklung
Die erste der beiden Finanzierungsinitiativen heisst Child Learning and Education Facility (CLEF) und soll 5 Millionen Kinder und 10 Millionen Eltern in Kakao anbauenden Gebieten und darüber hinaus erreichen. Der Fokus liegt dabei auf qualitativ hochwertiger Grundschulbildung.

Die zweite Initiative ist die Early Learning and Nutrition Facility (ELAN), die auf 1,3 Millionen Kinder bis 5 Jahre und deren Betreuungspersonen abzielt. Sie dient zur Bereitstellung hochwertiger Angebote und Trainings im Bereich frühkindliche Entwicklung und Ernährung.
„Kollaborative Philanthropie ist unerlässlich, wenn wir die grossen Herausforderungen angehen wollen, denen besonders stark gefährdete Bevölkerungen ausgesetzt sind. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit der Jacobs Foundation, der ivorischen Regierung und der Privatwirtschaft die Bildungsqualität im ganzen Land zu verbessern”, sagt Phyllis Kurlander Costanza, Head UBS in Society und CEO UBS Optimus Foundation.

Beispiele für effektive öffentlich-private Partnerschaften
Die Elfenbeinküste ist weltweit führend in der Produktion und im Export von Kakaobohnen für die Schokoladenherstellung. Doch eine Studie aus 2015 zeigte, dass mehr als 1 Million Kinder in der Elfenbeinküste gefährliche Arbeiten in der Kakaoproduktion verrichten. In ländlichen Gebieten gehen knapp 30 % der Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule; bei Kindern im unteren Sekundarschulalter sind es sogar 50 % (Côte d’Ivoire MICS 2016). Von den Kindern, die die Schule besuchen, erreicht ein Grossteil nicht die Mindestanforderungen für Lese- und Rechenfertigkeiten. Diese unzureichenden schulischen Leistungen sind überwiegend auf die geringe Qualität der Bildung zurückzuführen, zudem jedoch auch auf eine suboptimale Entwicklung in den frühen Lebensjahren der Kinder. 30 % der Bevölkerung sind von Mangelernährung betroffen, was besonders für kleine Kinder gefährlich ist. Damit zählt die Elfenbeinküste zu den am stärksten gefährdeten Ländern in Subsahara-Afrika. Ohne eine Verbesserung im Bereich der frühkindlichen Entwicklung und Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung sind diese Kinder einem höheren Risiko von Kinderarbeit ausgesetzt.
Weltweit könnten mehr als 150 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen sein. Die Initiativen CLEF und ELAN sind ein Zusammenschluss verschiedener Akteure, die in der Elfenbeinküste eine nachhaltige Lösung für dieses Problem suchen. Diese Initiativen könnten als Beispiele für effektive öffentlich-private Partnerschaften dienen, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu erreichen.

Erfahren Sie mehr über CLEF und ELAN unter:
jacobsfoundation.org/activity/clef-elan/

Medienkontakt
Alexandra Güntzer
Chief Communication Officer
alexandra.guentzer@jacobsfoundation.org
T +41 (0)44 388 61 06
Jacobs Foundation
Seefeldquai 17
CH-8034 Zürich
www.jacobsfoundation.org

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