Fortalezas-Regionaltreffen: Austausch und das Lernen voneinander

Seit Beginn von “Fortalezas” im Mai 2013 haben sich insgesamt mehr als 2.000 Jugendliche für das Programm angemeldet und mehr als 1.200 haben die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Nur 23 % der Jugendlichen hatten zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung eine Arbeit, wohingegen danach fast 56 % in Arbeit waren – also mehr als doppelt so viele! Dabei stieg auch der prozentuale Anteil der Jugendlichen, die über ihre Arbeit sozialversichert sind, von 10 % auf 45 %.
 
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Zum zweiten Mal nahmen neben Vertretern der Organisationen auch Jugendliche aus den drei Ländern Argentinien, Brasilien und Kolumbien an dem Treffen teil.
 
Im Mittelpunkt des Programms “Fortalezas” stehen die institutionelle Stärkung von Organisationen (1. Komponente) und ein konkretes Projekt zur Ausbildung von Jugendlichen und deren Integration in den Arbeitsmarkt (2. Komponente). Das Projekt wird als eine Art Indikator dafür gesehen, wie sich organisatorische Veränderungen auf Projekte auswirken. Eine dritte Komponente ist der Austausch untereinander und das Lernen voneinander. Neben dem bilateralen Austausch und Onlinemedien, wie etwa die Fortalezas-Webseite, bildet das jährliche Fortalezas-Treffen einen Höhepunkt. Diese Jahr fand das Treffen in Brasilien statt.

Obwohl alle sechs beteiligten Organisationen das gleiche Ziel verfolgen – nämlich die Vermittlung von fachlich-technischem Wissen und Lebenskompetenzen an Jugendliche sowie deren Eingliederung in den Arbeitsmarkt –, sind ihre Organisationsstrukturen sowie die Herangehensweisen an diese Aufgabenstellung ganz unterschiedlich. So gehören zwei der Organisationen grossen Fachvereinigungen an, welche seit vielen Jahren Ausbildungsmassnahmen anbieten, die Ausbildung jedoch nicht an die besonderen Bedürfnisse von Jugendlichen angepasst hatten. Eine Organisation bildet selbstständige (Mikro-)Jungunternehmer aus, während drei weitere auf eine abhängige Beschäftigung hinarbeiten.

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Fabio Segura, Head of International Intervention bei der Jacobs Foundation, betont die Wichtigkeit von gegenseitigem Austausch und Lernen im Programm von Fortalezas.

Die drei Tage wurden nicht nur zum Treffen alter Freunde und zum Schliessen neuer Freundschaften genutzt, sondern die sechs Organisationen tauschten sich auch intensiv über die Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen während der ersten zwei Programmjahre aus.

Auch die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft wurde angesprochen: Praktikumsangebote werden zwar geschätzt werden, die Teilnehmer machten aber auch deutlich, dass diesbezüglich nicht genug getan werde. Die Unternehmen müssen ihre Denkweise ändern und das Potenzial junger Mitarbeiter sowie den Mehrwert, den sie für das Unternehmen schaffen, erkennen und sich für sie einsetzen, anstatt Praktika als Akte der Wohltätigkeit oder Teil der sozialen Verantwortung eines Unternehmens zu betrachten.

Ausserdem betonten die Teilnehmer, wie wichtig es ist, dass Jugendliche mit den sozialen Organisationen zusammenarbeiten und Trainings und Coaching für Gleichaltrige anbieten, anstatt nur selbst an Ausbildungsmassnahmen teilzunehmen. Als positives Beispiel wurde der Erfolg des Jugendbeirats genannt, das im Rahmen des Programms „Fortaleza“ von Jugendlichen des Centro Cultural Escrava Anastacia ins Leben gerufen wurde. Daher denken ein paar Organisationen nun über die Einrichtung eines ähnlichen Jugendbeirats nach.

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In gesonderten Arbeitsgruppen befassten sich die Jugendlichen mit den Herausforderungen der Arbeitssuche oder der Arbeit und entwickelten mithilfe von Rollenspielen Lösungen.

Vor dem Hintergrund des langsamen Wirtschaftswachstums und der damit verbundenen Kürzung öffentlicher Fördermittel für den Sozialsektor diskutierte man über finanzielle Nachhaltigkeit und Möglichkeiten sowie Erfahrungen bei der Beschaffung von Mitteln aus unterschiedlichen Quellen. Es wurde kontrovers darüber diskutiert, ob es machbar wäre, für Angebote der sozialen Organisationen Geld zu verlangen.

Abschliessend legten die Organisationen fest, welche Herausforderungen während des dritten und letzten Programmjahres den Schwerpunkt bilden werden und welchen Themen sie sich über das Treffen hinaus in bilateraler Zusammenarbeit mit einer der anderen Mitgliedsorganisationen von Fortalezas widmen werden.

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