Familienkindergarten –
Kinder und Eltern fördern

Der Eintritt in den Kindergarten kann schwer sein. Im Schulhaus Meierhöfli versucht man mit einem neuen Projekt die Kinder dabei zu unterstützen. Ein Blick in einen besonderen Kindergarten.

Es scheint ein ganz normaler Tag im Kindergarten zu sein. Die Kinder toben miteinander, sie rennen durch den Raum und versuchen sich in neuen Spielen. Etwas fällt aber besonders auf: Es hat zahlreiche Erwachsene an diesem Vormittag im Klassenzimmer. Der Grund dafür ist ein neues Projekt.

Kinder unterstützen

Der Eintritt in den Kindergarten ist ein wichtiges Ereignis in der Entwicklung eines Kindes. Viele Sprösslinge verlassen erstmals ihr familiäres Umfeld und müssen sich in einer neuen Umgebung zu Recht finden. Durch die Einführung des freiwilligen Kindergartenjahres kommen die Kinder zudem noch früher in den Kindergarten. Nicht selten führen die Herausforderungen, die an die Kinder herangetragen werden, zu Überforderung. Mit einem neuen Angebot – dem sogenannten Familienkindergarten – versucht man die Kinder zu unterstützen, indem die Familie ins Klassenzimmer geholt wird.

Einstieg erleichtern

„Ziel des Projektes ist es, Kindern die beim Einstieg in die Schule Unterstützung brauchen, unter die Arme zu greifen“, fasst Anita Bürgisser, Kindergartenlehrperson, zusammen. Maximal sechs „Kindergärtlerinnen“ und „Kindergärtler“ lernen in Begleitung eines Elternteils während einem Vormittag in der Woche im Familienkindergarten. Die Kinder werden in diesem Rahmen von einer Kindergartenlehrperson klassenübergreifend unterrichtet. Die Eltern sind mit dabei und helfen ihren Kinder darin, die Regeln der Gruppe einzuhalten und ihren Unterrichtsstoff zu bearbeiten. Sie werden mit  direkten Coachings innerhalb der Unterrichtsequenzen sowie Beratungsgespräche durch eine Fachperson aus der Familienberatung, Yvonne Marbacher, unterstützt. Anita Bürgisser erklärt: „Der Familienkindergarten ist ein Bindeglied zwischen der Schule und dem Elternhaus.“

Von dem Projekt profitieren aber auch die Eltern: „Wichtig ist auch, dass sich die Eltern untereinander austauschen können“, ist Bürgisser, die beim Aufbau des Projektes mitgearbeitet hat, überzeugt. Die Eltern unterstützen sich gegenseitig und stärken sich so. Das neue Angebot fordert aber auch von den Lehrpersonen ein grösseres Engagement. Es findet ein reger Austausch zwischen der Klassenlehrperson-Kindergarten und der Lehrperson des Familienkindergartens statt.

Quartier vernetzen

Initiiert wurde das Projekt im Rahmen der Bildungslandschaft Meierhöfli. Auch beim Familienkindergarten wird das Ziel verfolgt, die Schule mit dem Quartier zu vernetzen, der Fokus liegt aber vermehrt bei den Eltern. Der Familienkindergarten ist Mitte Oktober 2017 gestartet. Nach der einjährigen Testphase wird eine Evaluation erfolgen. „Zwar ist der gesamte Erfolg nicht bereits nach einem Jahr messbar“, sagt die Kindergartenlehrperson, „aber wir hoffen, dass wir das Projekt weiter führen können.“ Die ersten Erfahrungen zeigen, dass Eltern wie auch die Kinder begeistert sind von diesem Angebot.

 

Lokale Bildungslandschaften – Bildung ist mehr als Schule
Die Jacobs Foundation fördert im Programm «Bildungslandschaften Schweiz» die systematische Zusammenarbeit schulischer und ausserschulischer Bildungsakteure zu lokalen Bildungslandschaften, um Kindern und Jugendlichen bessere Bildungs‐ und Entwicklungschancen zu bieten. In Kooperation mit Kantonen, Gemeinden, Verbänden und Experten leistet die Jacobs Foundation damit einen Beitrag zur Entwicklung von Innovationen im Schweizer Bildungssystem. Dafür investiert die Stiftung über die gesamte Programmlaufzeit (2012–2018) 6,5 Millionen Schweizer Franken.

Alle Informationen zum Programm Bildungslandschaften Schweiz: www.bildungslandschaften.ch