Der Beginn von etwas Neuem

Jacobs Research Fellows und Jacobs Social Entrepreneur Fellows kamen vom 19. bis 21. Oktober im kalifornischen Half Moon Bay zusammen. Bei ihrem Treffen loteten sie aus, wie sie von einander lernen und miteinander arbeiten können. Eine der Teilnehmerinnen, Siobhan Pattwell, berichtet von dem Meeting.

Ich sass im Shuttle zum Flughafen nach dem intellektuell belebenden und wissenschaftlich anregenden jährlichen Jacobs Research Fellows Meeting und konnte kein einziges Wort verstehen, das gesprochen wurde. Dies, obwohl jeder im Shuttle perfektes Englisch sprach. Aber: Ich war die einzige Wissenschaftlerin, umgeben von brillanten unternehmerischen Köpfen. Ich wollte nicht unhöflich sein und erklärte, dass meine mangelnde Beteiligung am Gespräch nicht aus Desinteresse war, sondern weil ich nichts verstand wenn sie von Shark Tank Pitches, Budgets, Bewertungen und anderen finanziell versierten Themen erzählten. Catherine Soler, ein Social Entrepreneurship Fellow von der UC Berkeley, fühlte sich während eines grossen Teils des vergangenen Meetings ähnlich verwirrt, wie sie mir gestand.

Was als respektvolles Eingeständnis der Unwissenheit über die Expertise des anderen begann, entwickelte sich mit Hilfe der Stiftung und mit viel Liebe zum Detail von Catherine, zu einer Reihe von E-Mails, Textnachrichten, Telefongesprächen und schliesslich zur Planung und Durchführung des ersten West Coast Fellows Retreats. Durch die Zusammenführung von Jacobs Research Fellows und Jacobs Social Entrepreneur Fellows am Wochenende vom 19. bis 21. Oktober in Half Moon Bay, CA, versammelten sich zu gleichen Teilen Forscher und Social Entrepreneur Fellows mit einem gemeinsamen Ziel: herauszufinden, wie wir die einzigartige Expertise des anderen am besten zum gegenseitigen Nutzen sein könnte. Folgende Stipendiaten von der Westküste nahmen teil – Michael Frank (2017-2019), Celeste Kidd (2017-2019), Jelena Obradovic (2018-2020), Siobhan Pattwell (2017-2019) – und Business Fellows – Amanda Eller (2016-2018), Elizabeth Kuriakose (2017-2019), Tyler Saltiel (2016-2018) und Catherine Soler (2017-2019).

Neben einem ungezwungenen und informellen Rahmen, in dem die Gespräche zwischen allen Teilnehmern mühelos ablaufen konnten, ermöglichte uns die entspannte Umgebung, uns persönlich und beruflich kennenzulernen. Das machte es wesentlich einfacher, die so genannten „dummen Fragen“ während der Brainstorming-Sitzungen des Tages zu stellen und erleichterte die Diskussionen.  Was sich in den ersten Stunden zeigte, ist, dass beide Gruppen von Fellows in der Lage sind, sich gegenseitig wertvolle Ratschläge und Erkenntnisse zu geben, die für beide nützlich sind. Wir alle hatten unterschätzt, dass wir uns nicht nur gegenseitig helfen können, sondern auch dass wir um Hilfe bitten können.

Einige Kernpunkte der Forscher, die Hilfe von Unternehmern suchen:

Dass man neben allen wissenschaftlichen und beratenden Aufgaben, die mit dem Betrieb eines Labors verbunden sind, auch ein kleines Unternehmen führt, ist für viele Wissenschaftler unklar. Sie haben nebst der Forschung auch Führungsaufgaben bei der Einstellung und Überwachung einzelner Teams und Projekte, müssen Budgets analysieren, und Konflikte lösen. Aufgaben, bei denen die Jacobs Social Entrepreneur Fellows gut gerüstet sind, um zu helfen. Darüber hinaus haben Jacobs Social Entrepreneur Fellows verschiedene Ausbildungen wie man die Finanzierung sichert, das Engagement der Spender aufrechterhält, und mit Unternehmen oder Finanzpartner kommuniziert, wie es die Research Fellows nicht haben.

Einige Kernpunkte der Social Entrepreneurs, die Hilfe von Forschern suchen:

Unternehmer suchen oft nach Forschungsergebnissen zur Unterstützung der Struktur von Projekten oder Teams in ihren jeweiligen Organisationen. Sie sind aber nicht in der gleichen Weise ausgebildet wie die Forschungsstipendiaten, und finden es daher schwierig zu beurteilen ob die Forschung gültig, seriös, replizierbar oder relevant ist. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage, wie man bei der Auswertung von Umfragen und Interviews zur Wahrheit in den Daten kommt oder wie man gross angelegte Studien interpretiert. Auch thematisiert wurden die besten Forschungsstrategien zur Förderung von Verhaltensänderungen in unternehmerischen und gemeinnützigen Organisationen – alles Bereiche, in denen die Forschungsstipendiaten umfassende Unterstützung leisten können.

Was dieser Retreat gezeigt hat, ist, dass wir durch den Einsatz unserer interdisziplinären Kollegen innerhalb des Jacobs-Netzwerks nicht nur gemeinsame Fallstricke vermeiden können, sondern auch in der Lage sind, uns gegenseitig beim Wachstum und Erfolg zu helfen, die über unsere ursprünglichen Erwartungen hinausgehen.

Zukünftige regionale Treffen in den USA und Europa zwischen den Jacobs Research Fellows, Jacobs Social Entrepreneurs und Alumni haben das Potenzial, einige bedeutende intellektuelle Lücken in unserer eigenen Arbeit zu schliessen und offene Diskussionen darüber zu ermöglichen, wie wir am besten zusammenarbeiten können, um unsere individuellen Karriereziele sowie die Ziele der Jacobs Foundation zu erreichen.

Die Stiftung wird in Kürze einen Aufruf herausgeben, um weitere regionale Vertreter für die Organisation der Retreats zu gewinnen.

 

Siobhan Pattwell ist Jacobs Foundation Research Fellow. Ihr Forschungsschwerpunkt (in Englisch:)

Research focus
Despite significant leaps in the field of neurodevelopment, a deeper understanding of the molecular and genetic events implicated in normal and abnormal neural development remains to be explored. The current phase of Siobhan Pattwell’s research employs genetic mouse models to explore how variations of common neural receptors contribute to the development of particular cells and structures within the brain. Through exploring developmental, behavioral, and molecular aspects of both normal and aberrant neural plasticity, her research seeks to better understand the developing brain.