Daphne Bavelier erhält
Research Prize 2019

Die Professorin der Universität Genf untersucht, wie Menschen lernen und sich an erlebte Veränderungen anpassen, sei es auf natürliche Weise oder durch Training. Im Rahmen ihrer Studien fand sie heraus, dass Action-Videospiele verschiedene Aspekte kognitiver Fähigkeiten verbessern.

Angekommen im 21. Jahrhundert, verändern sich die Erwartungen an die Art und Weise, wie wir Kinder erziehen. Um sich auf eine vernetzte Welt vorzubereiten und den Anforderungen eines sich ständig verändernden Arbeitsmarktes gerecht zu werden, müssen Fähigkeiten fortlaufend neu erlernt werden, anstatt während des gesamten Lebenszyklus das gleiche Fachwissen zu nutzen. Neue Technologien werden heutzutage oft angeprangert, aber könnten sie als Lernmittel des 21. Jahrhunderts genutzt werden?

Prof. Daphne Bavelier – Preisträgerin des Klaus J. Jacobs Research Prize 2019

Während sich Daphne Bavelier und ihr Team im Labor für kognitive Neurowissenschaften an der Universität Genf damit befassten, wie man das Lernen und die neuronale Plastizität fördern könnte, entdeckten sie etwas Erstaunliches: Das Spielen von sogenannten Action-Videospielen, hauptsächlich Ego- oder Third-Person-Shooter, verbessert die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder räumliche Orientierung. Junge Erwachsene, die solche Spiele nutzen, verfügen über eine bessere Aufmerksamkeitsspanne als jene, die Sozialsimulationen oder Puzzlespiele vorziehen.

Professorin an der Universität Genf: Daphne Bavelier.

Daphne Bavelier erhält den mit einer Million Schweizer Franken dotierten Klaus J. Jacobs Research Prize 2019 für ihre Forschung zur Nutzung von Action-Videospielen für die Förderung der neuronalen Plastizität und des Lernens.

Verbesserte Aufmerksamkeitskontrolle

In den letzten 20 Jahren hat Bavelier ihre Arbeit diesem kontraintuitiven Befund gewidmet. Ihr Hauptanliegen ist es, Gehirnmechanismen zu identifizieren, die zu stärkerer neuronaler Plastizität führen und folglich zu verbessertem Lernen. Sie hat eine verbesserte Aufmerksamkeitskontrolle als einen Schlüsselfaktor für die plastischen Veränderungen identifiziert, die durch das Spielen von Action-Videospielen hervorgerufen werden. Dies ist bemerkenswert, denn es zeigt, dass hohe Leistungskompetenz in verschiedenen Verarbeitungsbereichen des Gehirns durch ein einziges Trainingsprogramm, nämlich Action-Videospiel, gefördert werden kann. Mit anderen Worten, das Spielen von Action-Videospielen führt nicht nur zu mehr Action-Videospiel-Kompetenz, sondern auch zu einer besseren Leistung bei anderen kognitiven Aufgaben.

Bisher hat sich Professor Bavelier überwiegend mit möglichen positiven Auswirkungen von Videospielen beschäftigt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine negativen Folgen oder missbräuchliche Nutzung gibt. Mit dem Preisgeld wird Daphne Bavelier die unterschiedlichen Auswirkungen von Videospielen und die zugrundeliegenden Gehirnmechanismen analysieren. Dies geschieht im Rahmen eines umfassenden Forschungsprogramms zum Nutzen von Spielen für das Lernen der Zukunft.

Jedes zweite Jahr zeichnet die Jacobs Foundation einen herausragenden Forscher für wissenschaftliche Arbeiten mit hoher gesellschaftlicher Relevanz aus. Der Klaus J. Jacobs Research Prize 2019 wird am 22. November 2019 im Rahmen eines Festaktes in Zürich überreicht.

 

Research Prize 2019

 

 Zur Medienmitteilung

Professorin der Universität Genf erhält den mit 1 Million Schweizer Franken dotierten Klaus J. Jacobs Research Prize 2019

Wir verwenden Cookies, um einen guten Webservice zu ermöglichen. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

OK