„Business as usual“ war gestern: Zusammenarbeit in Bildung und Entwicklung führt heute nachweislich zu Erfolgen

Was passiert, wenn sich die vier grössten Kakao- und Schokoladenhersteller der Welt mit einer internationalen Stiftung für Kinder- und Jugendentwicklung zusammenschliessen? Durch Entwicklungs- und Bildungsmassnahmen werden messbare Erfolge in der Elfenbeinküste erzielt. Ausserdem entsteht eine innovative, für die gesamte Branche und darüber hinaus zukunftsweisende Partnerschaft. Im Rahmen des Programms „TRECC” (Transforming Education in Cocoa Communities) der Jacobs Foundation werden Mars, Mondelēz International, Nestlé und Barry Callebaut in den kommenden drei Jahren versuchen, mindestens 16’000 Kinder und Jugendliche und 72’000 Erwachsene zu erreichen. Sie werden erstklassige Bildungsmöglichkeiten bereitstellen, Frauen stärken und Kinderarbeit reduzieren. Zusätzlich zu ihrem Einsatz im Rahmen von CocoaAction investieren die vier Branchenpartner zusammen 5 Millionen CHF. Die Jacobs Foundation wird diese Summe mit 3,78 Millionen CHF ergänzen, wenn die Projektziele erreicht worden sind.

Erfolgsbasierte Förderung

Die ergebnisorientierte Förderung ist eine innovative Finanzierungsmethode im Bereich des sozialen Wandels. Die Partnerorganisationen erhalten in diesem System ihre Gelder – oder einen Teil davon – erst, nachdem festgelegte Ergebnisse erzielt wurden (normalerweise werden Fördergelder im Voraus bezahlt, oder nachdem Beiträge geleistet wurden – ergebnisunabhängig). Vor und nach der Projektimplementierung wird eine unabhängige Überprüfung durchgeführt, um den Erfolg von festgelegten Zielkriterien objektiv und gründlich zu messen. Lavinia Jacobs, Präsidentin des Stiftungsrats der Jacobs Foundation, betont: „Mit der auf Rechenschaftspflicht und Zielerreichung ausgelegten Partnerschaft zwischen der Jacobs Foundation und der Kakao- und Schokoladenindustrie schaffen wir eine stabile Grundlage für eine gemeinsame, langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen von Erwachsenen und Kindern in Kakao anbauenden Gemeinden der Elfenbeinküste. Die gewählte Finanzierungsmethode bietet uns und unseren Partnern einen Anreiz, festgelegte Ziele möglichst kostengünstig zu erreichen. TRECC-Projekte stehen damit an der Spitze sozialer Innovation.“

TRECC-Projekte von vier führenden Kakao- und Schokoladenherstellern

Die Jacobs Foundation ist bereits strategischer Partner der World Cocoa Foundation (WCF), um die Arbeit der branchenweiten Nachhaltigkeitsstrategie CocoaAction und die Bemühungen von TRECC aufeinander abzustimmen. Die Unternehmen, die bei CocoaAction Mitglied sind, haben erkannt, wie wichtig gute Bildungsmöglichkeiten für die Zukunftsfähigkeit der Branche sind. TRECC arbeitet daher mit CocoaAction-Mitgliedern zusammen, um wirksame Interventionen zu entwickeln und umzusetzen, die zu sozioökonomischen Verbesserungen in ländlichen Gemeinden beitragen sollen. Der Vorsitzende der World Cocoa Foundation, Barry Parkin, sagt: „Wir freuen uns, dass wir der Kakao- und Schokoladenindustrie durch unsere Partnerschaft mit der Jacobs Foundation neue Möglichkeiten eröffnen können, die wichtigsten Entwicklungsprobleme in Kakao anbauenden Gemeinden der Elfenbeinküste anzugehen. TRECC kann auf die Erfahrung von WCF aufbauen, die Branche zusammenzubringen, und erhält Einsicht in Best Practice, Innovationen und allgemeine Erfahrungen, die in zukünftige Aktivitäten einfliessen werden.”

Mars hat sich zum Ziel gesetzt, die Stellung der Frau in Kakao anbauenden Gemeinden zu stärken: durch finanzielle und landwirtschaftliche Fertigkeiten und durch die Thematisierung der Geschlechterungleichheit mit Jungen und Männern. Zusammen mit Implementierungspartner CARE International gründet Mars in 24 Gemeinden Village Savings and Loan Associations (VSLAs), um Frauen zu zeigen, wie man Geld spart und leiht. Sarah Schaefer, Global Corporate Sustainability Director für Mars Chocolate, sagt: „Wenn Frauen über finanzielle Kompetenzen verfügen, können sie Haushaltsentscheidungen leichter in die Hand nehmen. Im Vergleich zu Männern investieren Frauen mehr in ihre Familien – in die Ausbildung der Kinder und die Gesundheit der Familie. Davon profitieren die ganze Gemeinschaft und zukünftige Generationen.”

Mondelēz International wird zusammen mit World Education International als Teil seiner Partnerschaft mit TRECC in der Elfenbeinküste Kinderbetreuungseinrichtungen aufbauen, die drei- bis fünfjährigen Kindern in Kakao anbauenden Gemeinden qualitativ hochwertige, frühkindliche Bildung bieten sollen. Ebenso wie Cocoa Life, ein direkt in den Anbaugebieten durchgeführtes Programm von Mondelēz International, das mit einem umfassenden Ansatz zur Stärkung der Frauen beitragen soll, zielt auch das TRECC-Projekt auf Frauen und Mädchen ab: Kakaobäuerinnen bietet es Alphabetisierungskurse und Zugang zu Spar- und Kreditoptionen, die das Einkommen und die finanzielle Belastbarkeit in diesen Haushalten verbessern sollen; Mädchen, die nicht mehr in die Schule gehen, erhalten massgeschneiderte Ausbildungsmöglichkeiten. „Frühkindliche Bildung ist nicht nur wichtig, um junge Leute für den Wissenserwerb zu begeistern. Sie kommt auch den Frauen zugute, die nun mehr Zeit haben, Geld zu verdienen, die Kakaoproduktivität zu steigern und in Bauernverbänden und Gemeindeorganisationen Führungspositionen einzunehmen”, sagt Christine McGrath, Vizepräsidentin von Sustainability, Cocoa Life, und External Affairs bei Mondelēz International. „Mit Unterstützung der Jaccobs Foundation können wir die Wirksamkeit von Cocoa Life in unseren Schwerpunktbereichen Jugend, Gemeinde und Frauen noch weiter stärken und unseren ganzheitlichen Ansatz erweitern.”

Nestlés TRECC-Projekt soll durch die Verbesserung der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit das Risiko der Kinderarbeit reduzieren. Nestlés Partner, die International Cocoa Initiative, wird für neun- bis dreizehnjährige Kinder die nicht mehr zur Schule gehen informelle Brückenklassen einrichten. Schulkinder, die Gefahr laufen, die Schule vorzeitig abzubrechen werden unterstützt. Das Projekt bietet ausserdem Alphabetisierungskurse für Kakaobäuerinnen, da sich die Verbesserung des Bildungsniveaus der Mütter positiv auf das Wohlbefinden der Familie und die Lernperspektiven der Kinder auswirken kann. Darrell High, Cocoa Manager Nestlé, sagt: „Nestlé freut sich über die Partnerschaft mit ICI im Rahmen des TRECC-Programms der Jacobs Foundation und über die Gelegenheit, Kindern und ihren Müttern in Kakao anbauenden Gemeinden die nötigen Alphabetisierungs- und Rechenkurse anbieten zu können. Wir hoffen durch die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten auch die Perspektiven der Familien zu verbessern und die mögliche Kinderarbeit weiter zu reduzieren.”

Barry Callebaut, Weltmarktführer für die Herstellung hochwertiger Kakao- und Schokoladenprodukte, wird im Rahmen des TRECC-Projekts ein umfassendes Ausbildungsprogramm für Jugendliche in ländlichen, Kakao anbauenden Gemeinden aufbauen. Zwei Jahre lang können die Jugendlichen an einer anerkannten Ausbildung in einem landwirtschaftlichen Bereich ihrer Wahl teilnehmen, z. B.  Baumschnitt, Einsatz von Düngemitteln und Aufbau einer Baumschule. Das Programm bietet nicht nur Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche und damit Einkommen für deren Familien, sondern trägt auch zur langfristigen Professionalisierung der Kakaobranche in der Elfenbeinküste bei. Um das Familieneinkommen und den Einfluss von Frauen im Haushalt noch zu erhöhen, werden junge Frauen in der Agroforstwirtschaft ausgebildet, einer nachhaltigen Form der Landnutzung, die für Anbau- und Einkommensdiversifizierung sorgen soll. Antoine de Saint-Affrique, CEO von Barry Callebaut, sagt: „Wir sind stolz, dass wir zusammen mit der Jacobs Foundation zu einer langfristigen, nachhaltigen Kakaoproduktion in der Elfenbeinküste beitragen können. Die Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für junge Leute ist eines unserer Unternehmensziele. Wenn wir jungen Leuten, besonders Frauen, Techniken für die Steigerung des Ernteertrags zeigen, bieten wir ihnen bessere Einkommensmöglichkeiten. Und wenn sie erfolgreich sind, wird es die Schokolade, die wir so lieben, noch viele Jahrzehnte geben.”

Auf diese ersten Partnerschaften will die Jacobs Foundation aufbauen und ihre Zusammenarbeit mit der Kakao- und Schokoladenindustrie zukünftig noch vertiefen: durch die Kombination effektiver, evidenzbasierter Bildungsmodelle mit den laufenden Interventionen der Branche vor Ort.

Hintergrund Jacobs Foundation
Die Jacobs Foundation ist eine der weltweit führenden gemeinnützigen Stiftungen und setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ein. Sie wurde 1989 von Klaus J. Jacobs und seiner Familie gegründet. Ziel der Stiftung ist es, künftige Generationen nachhaltig zu unterstützen, indem sie die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen verbessert, damit sie produktive und sozial verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft werden können. Als forschungsbasierte Organisation trifft die Jacobs Foundation ihre Finanzierungsentscheidungen fundiert und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um einen systemischen Wandel sicherzustellen. Nähere Informationen finden Sie auf www.jacobsfoundation.org.

Über TRECC

Nähere Informationen zu TRECC (Transforming Education in Cocoa Communities):  https://jacobsfoundation.org/project/trecc-sustainability-through-strengthening-education-in-ivory-coast/

Über WCF

Die World Cocoa Foundation (WCF) ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich für Nachhaltigkeit in der Kakaobranche einsetzt. WCF unterstützt Kakaobauern dabei, mehr hochwertigen Kakao anzubauen und Gesellschaft und Wirtschaft ihrer Gemeinden zu stärken. Zu den Mitgliedern von WCF gehören Kakao- und Schokoladenhersteller, Verarbeitungsunternehmen, Supply Chain Manager und andere Unternehmen auf der ganzen Welt. Damit repräsentiert WCF mehr als 80 Prozent des globalen Kakaomarktes. Nähere Informationen finden Sie auf  www.worldcocoafoundation.org oder folgen Sie uns auf Twitter.com/WorldCocoa und Facebook.com/WorldCocoaFoundation.

Über CocoaAction

CocoaAction wurde von zehn Weltmarktführern in der Kakao- und Schokoladenindustrie gegründet, um die Lebensqualität von Kakaobauern zu verbessern und eine auf lange Sicht nachhaltige Kakaoproduktion sicherzustellen. Mit CocoaAction haben sich diese Unternehmen dazu verpflichtet, die Produktivität von etwa 300’000 Kakaobauern in der Elfenbeinküste und in Ghana bis 2020 zu verbessern. Gleichzeitig sollen die Gemeinden der Bauern durch Grundschulbildung, die Abschaffung von Kinderarbeit und die Aufwertung von Frauen gestärkt werden. Nähere Informationen über CocoaAction:   http://www.worldcocoafoundation.org/about-wcf/cocoaaction/

Medienkontakte:

Jacobs Foundation: Alexandra Güntzer, Alexandra.guentzer@jacobsfoundation.org, +41 79 821 74 29

World Cocoa Foundation: Tim McCoy, Tim.McCoy@worldcocoa.org, +1 202 737 7870

Mars: Jessica Graves, jessica.graves@effem.com, +1 908 619 0782

Mondelēz International: Valerie Moens, news@mdlz.com, +1 847 943 5678

Nestlé: mediarelations@nestle.com

Barry Callebaut: Bjoern Emde, bjoern_emde@barry-callebaut.com, +41 43 204 03 26