Lernen Sie die Mitgründerin und CEO von Ubongo kennen.

Mit welcher persönlichen Leistung möchten Sie am liebsten in Erinnerung bleiben?

Mit der Figur Mama Ndege. Das ist ein animierter grüner Vogel mit einer lustigen Stimme, den wir für Ubongo erschaffen haben. Er ermutigt Millionen von Kindern in ganz Afrika, ihr Ubongo zu nutzen, denn Ubongo heisst auf Kiswahili so viel wie Gehirn oder Verstand.

Gibt es etwas, das sie im Leben gelernt haben und gerne weitergeben möchten?

Am Ende des Tages machen wir doch alle „learning by doing“: Also macht euch keine Gedanken darüber, was ihr alles nicht wisst oder nicht könnt oder “wie etwas sein sollte”. Tut es einfach.

Wer ist Ihr Held oder ihre Heldin?

Malala! Die heutige Jugend inspiriert mich sehr. Junge Menschen wie sie, Greta Thunberg oder Vanessa Nakate, die sich Gehör verschaffen und Veränderungen einfordern.

Welche Hobbys haben Sie und was lernen Sie daraus?

Schon als Kleinkind habe ich Fussball gespielt. Teamarbeit, Leadership, Zeitmanagement, das habe ich alles auch dank diesem Hobby gelernt. Darüber hinaus bekam ich so die Gelegenheit, ganz unterschiedliche Menschen rund um den Globus kennenzulernen. Ich reise viel und es macht immer wieder Spass, wenn ich unterwegs spontan am Strassenrand bei einer kleinen Fussballpartie kurz mitspielen kann oder ein Match am TV zu schauen und mich mit den anderen Fans (oder Konkurrenten) zu verbünden.
Übrigens habe ich einen Dokumentarfilm über Frauenfussball in Tansania gedreht. Er heisst Twiga Stars: Tanzania’s Soccer Sisters.

Welches Buch lesen Sie zurzeit?

“The Famished Road” von Ben Okri. Ein schönes Buch, dessen Handlung in Nigeria rund um die Unabhängigkeit spielt. Durch die Augen eines Kindes erfährt man viel über die Gesellschaft, Politik und den Aberglauben. Auch zeitlich passt es derzeit gut, da wir aktuell sowohl in den USA wie auch in Tansania Wahlen stattfinden. Eine Prise magischer Realismus hilft mir, das reale politische Geschehen zu verarbeiten.

Wer oder was hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten geholfen?

Meine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen! Ich arbeite sehr gerne eng mit Menschen zusammen, um neue Dinge entstehen zu lassen, vor allem mit meinen Freunden bei Ubongo. Es ist unglaublich, was wir alles schon gemeinsam auf die Beine stellen konnten, und ihre Unterstützung hat mir auch geholfen, die CEO zu werden, die Ubongo heute braucht.

Was motiviert Sie, jeden Morgen aufzustehen?

Die Arbeit für die Kinder. Ich habe das Glück, eine Berufung gefunden zu haben, die ich über alles liebe: Mit Geschichten diesen Kindern beim Lernen helfen und ihre Freude für das Lernen insgesamt zu erwecken. So schwer es oft ist, eine Organisation wie die unsere zu managen und voranzubringen, so inspirierend ist es auch. Denn Langeweile kommt gar nicht erst auf und jeder Rückschlag zeigt uns einmal mehr, was es noch alles zu tun gibt.

Wenn Sie allen Kindern nur etwas vermitteln könnten, was wäre das?

Die Fähigkeit und das Selbstvertrauen, Dinge zu lernen und herauszufinden. Wenn man das kann, kann man alles tun! Wenn ich noch eine zweite Fähigkeit hinzufügen dürfte, dann wäre das Empathie beziehungsweise Einfühlungsvermögen. Was für eine Vorstellung: Wir hätten eine Generation von einfühlsamen Lernenden, die wissen, wie man Lösungen findet und wie das die Welt verändern könnte.

Gab es für Sie während der Pandemie eine berufliche Erfahrung, die positiv in Erinnerung bleibt?

Ich habe definitiv neue Wege gefunden, um mit meinen Kolleginnen und Kollegen bei Ubongo und sogar mit unseren Partnern und Nutzern in Kontakt zu treten. Es hat mir auch Spass gemacht, dank Zoom in der Gruppe Sport zu machen, ein Online-Quiz zu spielen und virtuell gemeinsam Mittag zu essen.

Wie planen Sie, das Preisgeld der Jacobs Foundation einzusetzen?

Bis 2025 möchten wir 60 Millionen Kinder erreichen, da liegen noch viel Arbeit und einige offene Fragen vor uns. Wir möchten bei allen unseren grundsätzlichen Lernprinzipien die gleiche Bildsprache etablieren, unsere Prozesse für die Sprachadaptionen systematisieren und effizienter machen und natürlich möchten wir uns mit Forschenden und Best Practice Leaders austauschen, um so unser Angebot für die Kinder stetig zu verbessern.

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