Eine Region blickt auf die frühe Kindheit

Der Kanton Tessin setzt sich in den kommenden Monaten intensiv mit dem Thema frühe Kindheit auseinander und zwar mit einer Wanderausstellung und ergänzenden, regionalen Aktivitäten welche die Jacobs Foundation mit unterstützt.

Noch immer kommt die Qualität in der Kinderbetreuung zu kurz: Das erfordert ein Umdenken in Gesellschaft und Staat, denn eine gute Qualität ist nicht gratis zu haben. Der 2012 gegründete Verein Stimme Q hat sich das Ziel gesetzt, die Diskussion zum Thema der Qualität anzuregen. Mit einer Ausstellung sowie ergänzenden regionalen Aktivitäten soll deutlich werden, was bei der bisherigen Auseinandersetzung mit diesem Thema oft zu kurz gekommen ist: Die Perspektive des Kindes.

In den letzten dreizehn Jahren sind dank der Finanzierung durch den Bund in der Schweiz mehr als 50’000 neue Plätze für die ausserfamiliäre Kinderbetreuung geschaffen worden. Im Tessin waren es 827 neue Plätze in Kindertagesstätten (asili nidi) und 363 in schulergänzenden Strukturen. Davon haben die rund 22’000 Tessiner Kinder zwischen 0 und 6 Jahren profitiert. Aus Studien weiss man, dass rund zwei Drittel aller Tessiner Haushalte mit mindestens einem Kind zwischen null und vier Jahren auf die familienergänzende Betreuung setzen.
Der Präsident von Stimme Q, Mitglied der Ready-Trägerschaft, Heinz Altorfer betont, dass die Diskussion nun wegkommen müsse von diesen rein quantitativen Debatten: «Es muss eine politische Entwicklung eingeleitet werden, welche die frühe Kindheitsphase als Bildungsphase begreift. Dazu braucht es eine Sensibilisierung der Bevölkerung und der politisch Verantwortlichen, damit gute Rahmenbedingungen zur Qualitätsentwicklung geschaffen werden können.»
Auch die Jacobs Foundation treibt den öffentlichen Diskurs rund um Qualität der Kinderbetreuung mit verschiedenen Projekten voran und unterstützt in Rahmen der Wanderausstellung die regionalen Aktivitäten.